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Champions League

UEFA weist Tuchel-Vorwurf zurück

In der Diskussion um die direkte Neuansetzung des Champions-League-Spiels zwischen Dortmund und Monaco spielt die UEFA den Ball an den BVB zurück. Rückendeckung erhält die UEFA vom künftigen FIFA-Sicherheitschef Spahn.

Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hat den Vorwurf von BVB-Trainer Thomas Tuchel zurückgewiesen, dass Borussia Dortmund bei der Neuansetzung des Champions-League-Spiels nach dem Sprengstoffanschlag übergangen worden sei. "Die UEFA war am Mittwoch mit allen Parteien in Kontakt und hat niemals eine Information erhalten, die angedeutet hat, dass eines der Teams nicht spielen wollte", teilte der Kontinentalverband mit. Die Entscheidung, das Spiel des Bundesligisten gegen AS Monaco am Mittwoch anzupfeifen, sei "in Kooperation und kompletter Zustimmung mit Clubs und Behörden" getroffen worden.

Tuchel: "Wir wurden nie gefragt"

Tuchel hatte die schnelle Wiederansetzung des Viertelfinal-Duells nur einen Tag nach der Attacke auf den BVB-Mannschaftsbus kritisiert. "Wir wurden überhaupt zu keiner Zeit gefragt", sagte der Trainer nach der 2:3-Niederlage gegen Monacound sprach von einem "Gefühl der Ohnmacht": "Die UEFA hat das in der Schweiz entschieden. Das hat sich nicht gut angefühlt Minuten nach diesem Sprengstoffanschlag. Wir hatten das Gefühl, als ob wir so behandelt wurden, als wäre eine Bierdose gegen den Bus geflogen."

BVB-Spieler nach dem Spiel gegen Monaco. Foto: dpa-pa

Den Anschlag noch im Kopf: Spieler von Borussia Dortmund

Auch einige BVB-Spieler hatten nach dem Spiel gegen Monaco ihr Unverständnis über die UEFA-Entscheidung geäußert. "Wir wissen natürlich, was die Champions League für ein großer Wettbewerb ist", sagte Kapitän Marcel Schmelzer. "Man darf aber nicht vergessen, dass es kein Anschlag auf unseren Bus war, sondern ein Anschlag auf uns Menschen."

Spahn verteidigt UEFA-Entscheidung

Der künftige Sicherheitschef des Weltverbands FIFA, Helmut Spahn, verteidigte die direkte Neuansetzung des Spiels. "Anschläge, von wem auch immer, richten sich gegen uns, unsere Freiheit, gegen unsere Gesellschaft. Wenn wir einknicken, machen wir genau das, was diese Kriminellen wollen", sagte der ehemalige Sicherheitsbeauftrage des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung": "Aber man muss immer abwägen. Wenn es Tote gegeben hätte, hätte natürlich kein Spiel stattgefunden." Es sei zwar nachvollziehbar, dass der normale Fan und Bürger denke, der Terror sei nähergerückt: "Aber wenn man sich die Statistik anschaut, leben wir fast in den sichersten Zeiten, was terroristische Bedrohung und die Zahl der Opfer betrifft, insbesondere in Europa", sagte Spahn: "Was anders ist, ist die mediale Aufmerksamkeit. Da zahlt der Fußball auch den Preis seiner exorbitanten Popularität." Erkenntnisse darüber, dass Sportler stärker ins Ziel von Terroristen gerückt seien, habe er nicht. "Das Gefühl hat man jetzt vielleicht, weil der Sport mehrfach betroffen war. Aber das war auch in der Vergangenheit schon der Fall. Nicht unbedingt in Europa, aber anderswo.

sn/jhr  (dpa, sid)

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