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Reise

UEFA EURO 2016: Hier rollt der Ball

Vom 10. Juni bis zum 10. Juli ist Frankreich Gastgeber der Fußball-Europameisterschaft. In den zehn Austragungsorten - von Paris bis Marseille - gibt es neben spannenden Spielen noch mehr zu sehen.

Die zehn Spielorte Saint-Denis, Paris, Lens, Lille, Bordeaux, Toulouse, Marseille, Nizza, Lyon und Saint-Etienne sind über das ganze Land verteilt. Die 24 Nationalmannschaften pendeln dazwischen zu ihren insgesamt 51 Spielen bis zum Finale am 10. Juli. Dieses findet natürlich in Paris statt. Dort stehen gleich zwei der Stadien: das Nationalstadion Stade de France im Vorort St. Denis und das Prinzenparkstadion.

Paris:
Zwölf Kilometer liegen zwischen den beiden EM-Stadien in Frankreichs Hauptstadt, dennoch trennen sie Welten: Während das Prinzenparkstadion mitten in reichen Paris beheimatet ist, liegt das Stade de France in einem der ärmsten Viertel des Landes. Hier das Zentrum der "Stadt der Liebe", die das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Frankreichs bildet: Die UNESCO, die OECS und der ICC haben hier u.a. ihren Sitz. Rund 16 Millionen Touristen bestaunen jährlich Sehenswürdigkeiten wie den Eiffelturm, die Kathedrale Notre-Dame, das Sacre Coeur oder den Louvre und flanieren auf der Prachtstraße Champs-Elysees und an den Ufern der Seine entlang.

Im Gegensatz dazu dort der Vorort Saint-Denis im Pariser Norden: Ein sozial schwaches Randviertel mit hoher Arbeitslosenquote. Hier leben viele Familien mit Migrationshintergrund. Die mittelalterliche Stadt ist aber auch letzte Ruhestätte von Königen und Hochburg der industriellen Revolution. In die Schlagzeilen geriet Saint-Denis 2005, als es nach dem Tod zweier Jugendlicher zu schweren Zusammenstößen mit der Polizei kam und nach den Terroranschlägen in Paris Ende des vergangenen Jahres, die sich unter anderem auch in unmittelbarer Nähe des Stadions ereigneten.

Lens:
Klein, aber fein präsentiert sich das Bergbaustädtchen Lens im Norden Frankreichs, das bis ins späte 20. Jahrhundert von seinem Steinkohlevorkommen profitierte und dessen Kohlerevier zum Welterbe zählt. Nur 35.000 Menschen wohnen hier und sind stolz auf das kleine Louvre - eine Zweigstelle des weltbekannten Museums in Paris.

Lille:
Die Studentenstadt Lille, die "Hauptstadt von Flandern" ist im Norden Frankreichs beheimatet, am Knotenpunkt vieler großer europäischer Fernstraßen, Eisenbahnlinien und Wasserstraßen. Sie liegt nicht weit von der Grenze zu Belgien. Die junge Metropole mit der schönen Altstadt hat viele Mikro-Brauereien und damit - ungewöhnlich für das Weinland Frankreich - eine große Bierkultur, sowie lustig-bunte Imbisswagen ("baraques à frites"), an denen man die Pommes traditionell mit Essig serviert bekommt. Eigentlich wird aber gar nicht in Lille gespielt, sondern im benachbarten Villeneuve-d'Ascq. Das beschauliche Städtchen mit 62.300 Einwohnern - darunter 50.000 Studenten - hat ein Durchschnittsalter von 29 Jahren.

Bordeaux:
Der berühmte edle Rote gab der Welthauptstadt des Weins ihren Namen. Die im Südwesten, nahe des Atlantiks beheimatete Region rund um Bordeaux beherbergt das wertvollste und älteste Weinanbaugebiet Frankreichs und bietet ihren Besuchern neben gehobener Gastronomie viel Kultur und Shopping-Möglichkeiten, wunderschöne Plätze, sowie - im Zentrum von Bordeaux - eine von der UNESCO als Weltkulturerbe ausgezeichnete Altstadt ("Port de la Lune").

Lyon:
Das quirlige, 2000 Jahre alte Lyon mit seiner Altstadt, die ebenfalls zum Weltkulturerbe gehört, ist die drittgrößte Stadt des Landes. Hier wurde mit den Gebrüdern Lumière das Kino geboren, außerdem findet in der "Stadt des Lichts" im Südosten Frankreichs jährlich die "Fête des Lumières" statt. Der herrliche Beaujolais wird nördlich der Stadt angebaut. Zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert verhalfen die "canuts", die Seidenweber, der Stadt zu Wohlstand und Reichtum.

Saint-Etienne:
50 Kilometer entfernt von Lyon liegt im Zentralmassiv Saint-Etienne, die Stadt auf den sieben Hügeln: Die Einwohner leben auf einer Höhe von mehr als 500 Metern über Normalnull. Die Stadt galt als Hochburg der Montanindustrie und wird wegen ihrer Ähnlichkeit auch "französisches Dortmund" genannt.

Toulouse:
In der südlich gelegenen europäischen Hauptstadt der Luft- und Raumfahrt (Airbus hat hier u.a. seinen Hauptsitz) sieht man alles durch die rosarote Brille: Viele der Häuser in Toulouse sind aus rosafarbenen Stein gebaut. Dazu kommt südliches Flair, eine ausgezeichnete Küche und die im Jahr 1229 gegründete Universität - eine der ältesten der Welt. In den vielen Museen rund um Raum- und Luftfahrt kann man in die Concorde oder in den Airbus 380 einchecken oder sogar virtuell zum Mars fliegen.

Nizza:
Die reizvolle und mondäne Stadt zwischen Mittelmeerstrand und Seealpen liegt an der Côte d'Azur, nur wenige Kilometer von der italienischen Grenze entfernt und verspricht vor allem eines: Sonne! Der Strand mit seiner schönen Promenade und die vielen Restaurants locken zahllose Touristen in die Stadt der Kunst, der Geschichte und der Architektur. Hier kostet man "Socca de Nice", einen Pfannkuchen aus Kichererbsen, oder eine "Pissaladière de Nice", eine Art Zwiebelkuchen mit Oliven.

Marseille:
Ebenfalls an der Côte d'Azur findet sich die zweitgrößte und älteste Stadt Frankreichs, zudem die wichtigste Hafenstadt des Landes: Marseille, das "Tor zum Orient". Die ehemalige Kulturhauptstadt Europas verbindet eine Partnerschaft mit Hamburg. Typisch: Die "Santons", Krippenfiguren aus Ton. Sehenswert: Die mittelalterliche Wallfahrtskirche Notre-Dame de la Garde, das ehemalige Gefängnis Château d'If auf einer kleinen Felsinsel vor der Küste und der alte Hafen Vieux Port. Berühmt: Die Fischsuppe "Bouillabaisse".

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