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Kriminalität

U-Boot-Erfinder Peter Madsen gesteht Zerstückelung von Kim Walls Leiche

Der mordverdächtige dänische U-Boot-Bauer Peter Madsen tischt der Polizei immer neue Versionen zum Tod von Kim Wall auf. Auch in der neuen Geschichte will Madsen die Journalistin nicht ermordet haben.

Peter Madsen im Jahr 2008 an Bord seines U-Boots Nautilus (picture-alliance/dpa/AP/Ritzau Foto/Hougaard Niels)

Peter Madsen im Jahr 2008 an Bord seines U-Boots

Der Erfinder Peter Madsen hat nach Angaben der Polizei gestanden, die Leiche der schwedischen Journalistin Kim Wall zerstückelt zu haben. Gleichzeitig änderte er erneut seine Version zum Tod der 30-Jährigen. "Er hat jetzt erklärt, dass Kim Wall infolge einer Kohlenmonoxidvergiftung im U-Boot starb, während er selbst an Deck war", teilte die Kopenhagener Polizei mit. Einen Mord bestreite er aber weiterhin. 

Zunächst hatte der 46-Jährige angegeben, die Journalistin lebend auf einer Halbinsel abgesetzt zu haben. Dann behauptete er, der Frau sei ein schwerer Lukendeckel auf den Kopf gefallen, als sie nach einem Tauchgang Luft schnappen wollte. Er beschrieb detailreich ein blutiges Unglück. Am Schädel der Frau fand man jedoch keine Spuren eines solchen Schlages. 

Kim Wall hatte als freie Journalistin unter anderem für den Guardian und die New York Times geschrieben (picture-alliance/dpa/AP/Tom Wall)

Kim Wall hatte als freie Journalistin unter anderem für den "Guardian" und die "New York Times" geschrieben

Nun präsentierte der als Exzentriker bekannte Erfinder eine dritte Version zum Geschehen in seinem selbstgebauten U-Boot. "Diese Erklärung veranlasst die Polizei natürlich dazu, verschiedene zusätzliche Aussagen von Rechtsmedizinerin und U-Boot-Experten einzuholen", sagte Polizeisprecher Jens Møller Jensen. 

Teile von Walls Leiche wurden Tage und auch noch Wochen nach dem Vorfall im August im Meer gefunden. In ihrem Torso entdeckte man Messerstiche. Zunächst hatte Madsen behauptet, er habe die Leiche in einem Stück über Bord geworfen. Nun gab er laut Polizei zu, sie zerteilt und in Stücken über Bord geworfen zu haben. 

Mitarbeiter der dänischen Behörde DEMA Mitte August bei der Suche nach weiteren Leichenteilen (Reuters/Scanpix/M. Sylvest)

Mitarbeiter der dänischen Behörde DEMA Mitte August bei der Suche nach weiteren Leichenteilen

Wie die Polizei weiter mitteilte, soll Madsen an Wall sexuelle Handlungen "unter besonders schwerwiegenden Umständen" vorgenommen haben. Der Verdacht basiere auf "14 Wunden in und um die Genitalien von Kim Wall". Der Sexualkontakt, bei dem es sich nicht um Beischlaf gehandelt habe, habe kurz nach Walls Tod stattgefunden.

Nach den neuen Enthüllungen bleibt Madsen nun freiwillig zwei Wochen länger bis zum 15. November in Untersuchungshaft. Ursprünglich sollte ein Gericht am Dienstag über eine Verlängerung der U-Haft entscheiden. Das wurde abgesagt. 

Das Kopenhagener Gericht setzte Termine für einen Prozess an. Er soll am 8. März beginnen und nach erster Planung bis zum 25. April dauern. Der Fall sei nahezu fertig untersucht. Taucher suchen in der Bucht südlich von Kopenhagen allerdings immer noch nach Walls Armen und Händen sowie ihrem und Madsens Handys. 

Wall und Madsen am 10. August auf dem Turm der Natilus (Reuters/P. Thompsen)

Wall und Madsen am 10. August auf dem Turm der "UC3 Natilus"

Die Staatsanwaltschaft wirft Madsen vor, Wall unter Auslebung sexueller Gewaltfantasien ermordet zu haben. Ihre Leiche soll er anschließend zerstückelt und die Teile im Meer versenkt haben.

Wall hatte Madsen für ein Interview an Bord seines U-Bootes "UC3 Nautilus" aufgesucht. Am 10. August verschwand sie, elf Tage später wurde vor der Küste von Kopenhagen ihr Torso entdeckt. 

stu/SC (afp, dpa) 

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