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Großbritannien

U-Bahn-Streik löst Chaos in London aus

Ein Streik von Angestellten der U-Bahn hat in London zu teils chaotischen Verkehrsverhältnissen geführt. Reisen wird in Großbritannien schwierig bleiben: Im Verlauf der Woche wollen Eisenbahner und Piloten streiken.

Erneut hat ein Streik die Londoner U-Bahn lahmgelegt. Millionen Pendler in London mussten am Montag auf Bus, Auto oder Fahrrad umsteigen: Auf zehn von elf Linien war der Verkehr unterbrochen. Lange Warteschlagen an Bushaltestellen und verstopfte Straßen waren die Folge. Der besonders verkehrsreiche Bahnhof Clapham Junction im Südwesten Londons musste wegen Überfüllung sogar geräumt werden.

Solche Menschenmengen habe er dort seit Jahren noch nicht gesehen, sagte ein Mann. Eine Frau aus dem Norden Londons berichtete: "Ich habe knapp drei Stunden gebraucht, um mit dem Bus in die Innenstadt zu kommen."

Die meisten Stationen in der Tarifzone 1 - dem Zentrum Londons - blieben geschlossen. Der 24-Stunden-Streik führte zu Einschränkungen im gesamten U-Bahn-Netz der Stadt, berichtete die für den öffentlichen Verkehr im Großraum London zuständige Behörde Transport for London (TfL). Auch Verbindungen zu den wichtigsten Bahnhöfen der Metropole und dem Flughafen Heathrow waren betroffen.

Grund für den Streik sind Forderungen der Beschäftigten nach einer besseren Personalausstattung. Londons Bürgermeister Sadiq Khan bezeichnete den Streik als unnötig und rief Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Millionen Londoner müssten leiden, kritisierte er. Khan sagte dem Sender BBC, er akzeptiere das Argument, dass die Tube mehr Personal brauche. "Aber wir haben schon 200 neue Stellen geschaffen und werden auch weitermachen, wenn die Gewerkschaften unglücklich sind. Warum dann streiken? Warum die Dinge nicht freundschaftlich lösen?"

Der Vorsitzende der Gewerkschaft RMT, Mick Cash, erklärte sich zu Verhandlungen bereit. Er warnte vor Sicherheitslücken: "Fünf Millionen Menschen täglich nutzen die U-Bahn, es kracht in allen Nähten", sagte er der Nachrichtenagentur AFP. Es gebe nicht genügend Leute, um die Bahn sicher zu betreiben. "Wenn wir nichts tun, wird etwas drastisch schief gehen." Im Nu könne sich die U-Bahn in eine "Todesfalle" verwandeln. "Es gab schon Fälle, da stürzten Passagiere auf die Gleise, und niemand war da, um sich darum zu kümmern."

 

Die Londoner U-Bahn ist die älteste der Welt. Um die Personalausstattung streiten Betreiber und Gewerkschaften schon seit Jahren. Die Gewerkschaft protestiert insbesondere gegen die Schließung von Ticket-Schaltern. Seit 2014 gab es bereits mehrere Streiks.

Am Dienstag, Mittwoch und Freitag folgen zudem Arbeitsniederlegungen beim Eisenbahnunternehmen Southern Railway. Bei der Fluggesellschaft British Airways treten am Dienstag und Mittwoch tausende Flugbegleiter und Piloten in den Streik.

stu/sti (afp, dpa)

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