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Politik & Gesellschaft

U-Ausschuss zu Neonazis kommt

Zur Mordserie der Zwickauer Neonazi-Zelle wird es voraussichtlich einen Untersuchungssauschuss des Bundestages geben. Nach den Grünen will das laut Medienberichten jetzt auch die SPD.

Busbahnhof in Duisburg - Meiderich (Foto:dapd)

Gab es einen Anschlag der Zwickauer Neonazis auch an diesem Busbahnhof in Duisburg ?

Die SPD-Fraktion wolle einem entsprechenden Antrag der Grünen zustimmen, erklärte ein Sprecher der Sozialdemokraten. Er bestätigte damit einen Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Der Untersuchungsausschuss zu der Terrorzelle soll unter anderem ein Versagen der Sicherheitsbehörden bei der Verfolgung der Terrorzelle und der Aufklärung ihrer Straftaten untersuchen.

Laut dem Zeitungsbericht könnte der Ausschuss im März seine Arbeit aufnehmen. Es sei zu erwarten, dass auch die Koalitionsparteien der Einsetzung zustimmten, hieß es. Der im Herbst aufgeflogenen Terror-Zelle werden zehn Morde an türkisch- und griechischstämmigen Kleinunternehmern und einer Polizistin sowie mehrere Sprengstoffanschläge zur Last gelegt. Die Hauptbeschuldigte Beate Zschäpe sitzt in Untersuchungshaft, ebenso mehrere mutmaßliche Helfer der Gruppe. Die zwei weiteren mutmaßlichen Neonazi-Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt haben sich getötet.

Führen die Spuren auch nach Duisburg ?

Die Duisburger Staatsanwaltschaft überprüft inzwischen auch einen acht Jahre alten Mordanschlag auf Spuren zur Zwickauer Neonazi-Gruppe. Bei dem Attentat in der Ruhrgebietsstadt im Jahre 2003 war ein türkischstämmiger Gastwirt schwer verletzt worden, als er mit seinem Wagen in eine Selbstschussfalle fuhr.

Die Polizei hatte den Fall damals nicht aufgeklärt, aber herausgefunden, dass die Selbstschussanlage bereits mehrfach benutzt worden war. Die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" (WAZ) berichtet nun, ein ähnlicher Schussapparat sei im sächsischen Zwickau in dem Haus gefunden worden, dass Zschäpe in Brand gesteckt hatte. Es ergibt sich damit möglicherweise eine Verbindung zwischen dem Anschlag in Duisburg und den Zwickauer Neonazis.

haz/wl (dpa, dapd)