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Porträts Lehrerverbände

Tysklærerforeningen for gymnasiet og HF

In Dänemark lernen sehr viele Kinder Deutsch. Das sind tolle Bedingungen für Deutschlehrer. Doch durch eine Schulreform hat sich nun einiges verändert. Eine neue Herausforderung für den Verband für Gymnasiallehrer.

Lise Hoyer ist seit Anfang 2015 die Vorsitzende des Verbandes für Gymnasiallehrer in Dänemark. Schon seit 2011 engagiert sie sich aktiv im Verband. Sie lehrt Deutsch und Sozialkunde.

Deutsche Welle: Frau Hoyer, ich dachte ja erst, Sie wären Deutsche. Wo haben Sie denn so gut Deutsch gelernt?

Lise Hoyer: Ganz klassisch, erst in der Grundschule, danach auf dem Gymnasium. Dann habe ich an der Uni studiert, acht Jahre. Deutsch war seit Langem meine Lieblingssprache. Wegen der Grammatik, aber auch wegen der Aussprache. Und wegen der Kultur und der Literatur.

Das ist ja interessant. Eigentlich sind doch die meisten Leute abgeschreckt von der deutschen Grammatik.

Audio anhören 00:22

Hören Sie rein: Lise Hoyer erzählt, warum sie so gerne Deutsch unterrichtet

Ja, aber mir gefällt sie. Und wenn man erst einmal die deutsche Grammatik gelernt hat, dann bleibt sie ja für ewig da. Es gibt auch nicht so viele Überraschungen wie zum Beispiel im Englischen, wo man immer wieder neue Vokabeln lernen muss. Deutsch ist irgendwie treffsicherer. Hinzu kommt, dass Dänisch ja auch nicht so weit entfernt ist vom Deutschen.

Dänemark und Deutschland teilen sich ja auch eine gemeinsame Grenze, ist Deutsch deswegen auch relativ beliebt bei Ihnen?

Das kann man sagen. Die Kinder können Deutsch seit Neuestem schon in der Grundschule als Wahlfach lernen. Früher begann das erst ab der siebten Klasse. Man muss entweder Deutsch oder Französisch nehmen. Auf dem Gymnasium bleibt das dann auch so. Dann muss man zwei Jahre Deutsch oder Französisch oder Spanisch lernen.

Das sind ja wunderbare Bedingungen für Sie als Deutschlehrerin und Ihren Verband!

Ohja. Lacht. Das könnten Sie meinen. 2007 gab es allerdings eine Schulreform am Gymnasium, seitdem haben wir viel Arbeit. Man kann jetzt verschiedene Fächer miteinander verbinden, zum Beispiel Deutsch und Chemie. Dadurch hat man ganz andere Möglichkeiten. Aber das nimmt auch viel Zeit vom Kernfach weg. So können wir nicht mehr so viel wie früher Grammatik, Strukturen und mündliche Sprachfertigkeit üben. Dadurch haben wir das Gefühl, dass die Qualifikation der Schüler sich verschlechtert.

Wie versuchen Sie als Verband, die Lehrer gerade bei diesen Schwierigkeiten zu unterstützen?

Lehrer stehen um einen Tisch herum

Lehrer bei einem Innovationskurs des Verbands

Sehr aktuell wird diese Reform noch mal geändert werden. Wahrscheinlich im Herbst oder Anfang nächsten Jahres. Da versuchen wir natürlich, mit den Behörden in Kontakt zu kommen und darauf hinzuweisen, dass wir noch mehr Zeit für Deutsch im Unterricht brauchen, damit die Schüler noch besser werden.

Ich habe im Frühjahr mit dem Minister und mit dem Ausschuss für Unterricht über unsere Einstellung zu der Reform gesprochen. Allerdings ist dann eine neue Regierung an die Macht gekommen, so dass wir wieder von Neuem anfangen müssen.

Neben dieser politischen Lobbyarbeit, was sind andere wichtige Aktivitäten Ihres Verbands?

Im Allgemeinen wollen wir den fachlichen und pädagogischen Kontakt unter den Mitgliedern vermitteln. Um das zu erreichen, bieten wir jährlich ungefähr acht Kurse an, die aktuelle Themen im Unterricht behandeln. Außerdem geben wir eine Zeitschrift heraus, die „WissensWert", in der wir versuchen, neue Methoden im Unterricht und verschiedene Fragestellungen zu besprechen, die für unsere Mitglieder von Interesse sind – zum Beispiel den Einsatz digitaler Unterrichtsmaterialien.

Wie sieht es denn mit Treffen aus, Ihr Verband ist ja mit 700 Mitgliedern sehr groß. Wie kann man so viele Leute zusammenbringen?

Es gibt alle zwei Jahre eine Generalversammlung. Da könnten im Prinzip alle Mitglieder kommen. Aber meistens sind es nicht so viele. Das liegt auch daran, dass viele einfach sehr beschäftigt sind mit der Reform und auch generell eine hohe Arbeitsbelastung haben.

Zum Ende würde ich gerne noch einmal den Bogen zu Ihrem Unterricht schlagen. Benutzen Sie dabei auch ab und zu die Angebote der Deutschen Welle?

Ja, die

Hörübungen, Hörspiele

und

Filme

setze ich schon manchmal ein – weil es den Schülern auch gefällt.


Die wichtigsten Infos in Kürze:
Der

Verband der Deutschlehrer der gymnasialen Oberstufe und Erwachsenbildung in Dänemark

(Tysklærerforeningen for gymnasiet og HF) besteht seit 1993 und hat rund 700 Mitglieder.

Vorstandsgremium:
• Lise Hoyer (Vorsitzende)
• Anne Sofie Overgaard Lif (Vizevorsitzende, Kursplanung)
• Therese Berg (Schatzmeisterin)
• Christian Smith (Redakteur „WissensWert“)
• Karen H. Degenkolw (Redakteurin „WissensWert“)
• Lise Bentsen (Redakteurin „WissensWert“)
• Mette Brusgaard (Sekretariat, Verantwortliche für Facebook)

IDV-Kontaktperson: Lise Hoyer; lise0394 [at] gmail.com

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