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Politik & Gesellschaft

Typisch deutsch: der Biergarten

Das Wochenende wird warm. Es ist eine der letzten Möglichkeiten, in diesem Jahr noch mal eine typisch deutsche Institution zu besuchen: den Biergarten. Immer ein Erlebnis, sowohl für Einheimische als auch für Touristen.

Biergarten 'Ständige Vertretung' in Köln, Außenaufnahme (Foto: DW/Nicklis)

Biergarten - solange das Wetter mitspielt

Biergarten 'Ständige Vertretung' in Köln, Außenaufnahme (Foto: DW/Nicklis)

Biergarten mit Blick auf Rhein und Altstadt: "Ständige Vertretung" in Köln

Mitten in der Kölner Altstadt, zu Füßen der Benediktinerabtei Groß Sankt Martin, direkt am Rhein, liegt wohl einer der schönsten Biergärten der Domstadt. Lange Holztische und ebenso lange Bänke reihen sich auf dem Kopfsteinpflaster aneinander. Große Schirme spenden Schatten. Einige Kastanienbäume stehen auf dem Platz.

Das sei der ehemalige Kölner Fischmarkt. Der habe im Mittelalter noch ganz anders ausgesehen, und vor allen Dingen habe es hier noch ganz anders gerochen, erläutert Biergarten-Chef Andreas Schlack: nach Fisch nämlich!

Freiluftvergnügen

Das ist heute ganz anders. Gerüche von deftig gebratenem Fleisch, Würstchen und Flammkuchen ziehen dem Besucher in die Nase. Auf seinen Flammkuchen ist Andreas Schlack besonders stolz. Das sei eine Spezialität des Hauses und sehr beliebt bei den Gästen.

480 Plätze hat der Biergarten insgesamt. Zum Rhein hin sitzen die Besucher unter einem großen weißen Pavillon. Kies liegt auf dem Boden und Rosenstöcke ranken sich an den Ecken der Überdachung empor.

Frisch gezapft

Seinen Biergarten, meint Schlack, machten zwei Dinge aus: zum einen der Gartencharakter und zum anderen natürlich der Bierausschank. Bevorzugte Biersorte ist in Köln das sogenannte Kölsch. Das ist ein obergäriges Bier, das als besonders leicht gilt.

Teller mit Essen im Biergarten (Foto: DW/Nicklis)

Typisch fürKöln: die Blutwurst

Der Verkauf des Bieres mache 60 Prozent des Umsatzes aus, sagt der Betreiber. So wundert es nicht, dass vor den meisten Gästen im Biergarten ein Kölsch steht.

Beliebt ist das Lokal besonders bei in- und ausländischen Touristen. "Holländer, Engländer, Amerikaner, Spanier, Italiener", Kellnerin Tanja hat sie alle schon bedient. Die blonde zierliche Frau nimmt die Bestellungen auf und bringt die Getränke. Für das Essen sind ihre Kollegen zuständig. Regelmäßig serviert sie auch asiatischen Gästen. Die würden bevorzugt die Grillhaxe bestellen und sich dazu von ihr ein Weizenbier bringen lassen.

Malerische Kulisse

An diesem Spätnachmittag sind viele deutsche Touristen im Biergarten. Darunter ein hörbar gut gelaunter Kegelclub aus dem benachbarten Rheine. "Wir haben eine dicke Kegelkasse dabei. Und die wird verbraten. Ehrlich! Und wir sind gerade erst angekommen," lacht eine Frau mittleren Alters. Hier sei es doch wunderschön, so direkt am Rhein, fügt ihr Kegelbruder hinzu.

Biergarten 'Ständige Vertretung' in Köln, Außenaufnahme (Foto: DW/Nicklis)

Schirme schützen vor Wetterkapriolen

Etwas weiter sitzt eine Familie aus den Niederlanden. Auch sie zog es an den Fluss. Ein Biergarten sei schon etwas typisch Deutsches. Den würde es in den Niederlanden nicht geben.

Und einige Tische weiter haben sich zwei Männer niedergelassen. Sie wollen bei einem Bierchen einfach nur die Seele baumeln lassen und das schöne Wetter genießen.

Auf dem Rhein fährt gerade ein weißes Fahrgastschiff vorbei. Viele Biergartenbesucher beobachten, wie es am Ufer anlegt. Nicht zuletzt wegen dieser Aussicht sind sie hier hergekommen.

Es gibt viele Biergärten in der Kölner Altstadt, ohne diese Form der Außengastronomie mit Bierausschank nicht denkbar wäre. Typisch kölsch und auch typisch deutsch.

Autorin: Petra Nicklis
Redaktion: Pia Gram