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Soziale Medien

Twitter verbannt RT und Sputnik als Werbekunden

Die russischen Medienunternehmen dürfen nicht mehr auf Twitter werben. Damit ziehe man die Konsequenz aus Erkenntnissen der US-Geheimdienste, dass sie auf Geheiß Moskaus versucht hätten, die US-Wahl 2016 zu beeinflussen.

Die Maßnahme trete sofort in Kraft, teilte der Kurzmitteilungsdienst mit. Konkret heißt das, dass RT - der Online Ableger von Russia Today - und Sputnik künftig nicht mehr gegen Geld Beiträge in die Timelines von Nutzern fließen lassen dürfen. Die Entscheidung gehe auf Untersuchungen rund um die US-Präsidentschaftswahl 2016 und die Einschätzung der US-Geheimdienste zurück, wonach beide Medien versucht hätten, im Auftrag der russischen Regierung die Wahl zugunsten des Populisten Donald Trump zu beeinflussen. RT und Sputnik könnten aber weiterhin Twitter-Nutzer bleiben, betonte der Internetkonzern. In den vergangenen Wochen hatten zuerst Twitter und Facebook sowie später auch Google bestätigt, mutmaßlich aus Russland finanzierte Inhalte entdeckt zu haben.

Werbeeinnahmen der Russen fließen in die Forschung

In den vergangenen Jahren von den beiden russischen Medien für Werbung gezahlte Beträge sollten für unabhängige Forschung zur Twitternutzung gespendet werden. So sollen die seit 2011 von Fernsehsender Russia Today erhaltenen Werbeeinnahmen in Höhe von 1,9 Millionen Dollar für die Erforschung des Einflusses von Twitter auf Wahlen, inklusive der Verbreitung falscher Informationen eingesetzt werden. Nach bisherigen Informationen gab Russia Today allein im vergangenen amerikanischen Wahlkampf 274.000 Dollar für die Verbreitung von Twitter-Posts des Senders aus. Das Werbesystem von Twitter funktioniert so, dass man gegen Zahlung von Geld Beiträge in den Nachrichtenstrom von Nutzern einfließen lassen kann, die einem nicht direkt folgen.

Reaktion aus Russland kommt prompt

Russia Today beziehungsweise RT und Sputnik werden oft als Propaganda-Sprachrohr des Kreml im Westen bezeichnet. Sie selbst bestehen aber darauf, dass sie unabhängige Medien mit allen daraus folgenden Rechten sind.

RT-Chefredakteurin Margarita Simonjan bezeichnete die Entscheidung von Twitter als "höchst bedauerlich". "Ich hätte nie gedacht, dass Twitter von den US-Geheimdiensten kontrolliert wird. (...) Aber jetzt hat Twitter es selbst zugegeben", erklärte sie. Simonjan warnte, US-Medien dürften nun in Russland Vergeltungsmaßnahmen zu spüren bekommen.

Twitter übertrifft Wachstums-Erwartungen

Die Nachricht von Twitter zum Umgang mit RT und Sputnik kommt fast zeitgleich mit neuen Quartalszahlen des Unternehmens, die überraschend besser ausfielen, als gedacht. Die Zahl der monatlich aktiven Nutzer stieg im letzten Quartal um vier Millionen. Ende September lag die Zahl der Nutzer nach korrigierten Berechnungen bei 330 Millionen.

Der Quartalsumsatz sank im Jahresvergleich um gut vier Prozent auf 589,6 Millionen Dollar. Analysten hatten allerdings mit noch etwas niedrigeren Erlösen gerechnet. Unterm Strich ergab sich ein Verlust von gut 21 Millionen Dollar nach einem Fehlbetrag von 103 Millionen Dollar im Vorjahresquartal.

qu/ww (dpa, rtr, afp, APE)

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