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Wirtschaft

Twitter: Vage Zahlen zum Geburtstag

Vor zehn Jahren startete der Kurznachrichtendienst Twitter, doch Geld verdient der Konzern immer noch nicht. Nun veröffentlicht Twitter erste Zahlen zur Nutzung in Deutschland - bleibt aber gewohnt vage.

Als Twitter-Gründer Jack Dorsey am 21. März 2006 den ersten Tweet verschickte, war keineswegs abzusehen, dass der Strom an Kurzbotschaften einmal auf rund 500 Millionen pro Tag anschwellen sollte. "Just setting up my twttr", schrieb der Mitgründer von Twitter damals, "Ich richte gerade mein Twitter ein."

Zehn Jahre später ist der Onlinedienst zu einer einflussreichen Kommunikationsplattform geworden. Doch bei allem Hype kämpft das Unternehmen mit Problemen. Das einst rasante Wachstum der Nutzerzahlen ist vorbei, der Aktienkurs fällt und fällt und in der Bilanz stehen Quartal für Quartal rote Zahlen.

Twitter Tweet just setting up my twttr (Foto: Copyright: Twitter/jack)

Jack Dorseys Tweet am 21. März 2006

12.000.000 deutsche Nutzer

Wohl auch aus Angst, Aktionäre zu verschrecken, hat sich Twitter zu den Zahlen der Nutzung in der Vergangenheit eher bedeckt gehalten. Zu seinem zehnten Geburtstag hat das Unternehmen nun erste Zahlen zur Nutzung des Kurznachrichtendienstes in Deutschland genannt.

Demnach kommen pro Monat rund zwölf Millionen Menschen auf die Twitter-Plattform. Dazu gehören angemeldete Twitter-Mitglieder und Nutzer, die sich Tweets ansehen, ohne eingeloggt zu sein. Wie sich die Zahlen genau zusammen setzen, wollte das Unternehmen nicht auflösen. Auch Vergleichzahlen zu den vergangenen Jahren in Deutschland nannte Twitter nicht.

Weltweit hat das Unternehmen nach eigenen Angaben 320 Millionen aktive Mitglieder. Weitere 500 Millionen schauen sich demnach Tweets an, ohne ein eigenes Profil zu besitzen.

Unklares Geschäftsmodell

Twitter verdient sein Geld mit Werbung in der Form sogenannter "promoted" Tweets. Dabei bezahlen Unternehmen dafür, dass sie Nutzern angezeigt werden. In Deutschland funktioniere die Vermarktung sehr gut, so Twitter-Deutschlandchef Thomas de Buhr. Er mache sich auch keine Sorgen, dass die Nutzer mit solchen Anzeigen überflutet würden: "Wir haben früher wenig bis keine Werbung gemacht und sind noch jetzt unter dem Potenzial, was möglich ist. Wir werden nicht so viel Werbung schalten, dass es den Nutzer stört."

Brasilien WM 2014 Fußballer Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger Selfie (Foto: picture alliance/augenklick/GES/M. Gilliar)

Fußball-WM 2014: Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger machen ein Selfie - wahrscheinlich für Twitter

Zur Fußball-Europameisterschaft im Sommer plant Twitter in Deutschland eine Kooperation mit einem Spezialisten für Außenwerbung. Dabei sollen Tweets auf den Bildschirmen der Firma angezeigt werden. Wann und ob auch das Format "Moments" nach Deutschland kommt, ließ de Buhr offen. Bei "Moments" können interessante Tweets thematisch gebündelt werden. Der Deutschlandchef gab sich diesbezüglich trotz Geburtstag zurückhaltend. Das Unternehmen arbeite noch an einer Version von Moments, die in Deutschland funktionieren könnte.

Twitter-Gründer Jack Dorsey wird am Abend über den Streamingsdienst Periscope an einer Diskussion zum zehnjährigen Jahrestag des Unternehmens teilnehmen. Vielleicht kann er dort erklären, wie sich Twitter die Zukunft vorstellt.

nm/bea (dpa, rtr)

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