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Politik

TV-Gebühren in Birma um das 166-fache erhöht

Mit einer drastischen Gebührenerhöhung will die Militärjunta den Zugang zu Informationen aus dem Ausland erschweren. Die buddhistischen Mönche rufen zu weiterem Widerstand gegen das Regime auf.

Junta-Chef General Than Shwe (Quelle: AP)

Will keine ausländischen Medien im Land: Junta-Chef General Than Shwe

Die Regierung des verarmten Landes erhöhte zum Jahresanfang ohne Vorwarnung die Gebühren für das Satellitenfernsehen um das 166-fache. Wie ein Vertreter der birmanischen Telekom am Mittwoch (2.1.2008) bestätigte, müssen Besitzer einer Satellitenschüssel nun statt 6000 Kyat (ca. 3,20 Euro) eine Million Kyat (rund 530 Euro) für ihren jährlichen Satelliten-TV-Empfang bezahlen. Dies bedeutet eine Erhöhung auf das Dreifache des durchschnittlichen Jahreseinkommens eines Birmanen. Bei Neuanmeldungen seien künftig sogar umgerechnet fast 1100 Euro fällig. "Wir kennen den Grund für die Erhöhung nicht", sagte der Post-Mitarbeiter, der nicht namentlich genannt werden wollte.

Seifenopern anstatt Nachrichten

Die Medien sind in Birma strikter staatlicher Kontrolle unterworfen. Ohne Satellitenempfang können Nachrichten nur noch im staatlich kontrollierten TV-Sender MRTV verfolgt werden. Die wenigen privaten birmanischen Stationen verzichten auf eine aktuelle Berichterstattung und konzentrieren sich in ihrem Programm auf Seifenopern und Musiksendungen. Für viele Menschen sind die per Satellit empfangbaren Sender wie die britische BBC oder der in Norwegen ansässige Kanal Demokratische Stimme Birmas daher die einzige Möglichkeit, unzensierte Informationen über die Militärdiktatur zu erhalten.

Während der Massenproteste im vergangenen September, die von den Militärs gewaltsam niedergeschlagen wurden, waren ausländische Medien eine wichtige Nachrichtenquelle, darunter auch die Deutsche Welle. Die Regierung in Rangun bezeichnet die BBC, den US-Auslandssender Voice of America und den Kanal Radio Free Asia dagegen regelmäßig als "Lügner", die es auf die Zerstörung Birmas abgesehen hätten.

Wird Benzin schon wieder knapp?

Ebenfalls am Mittwoch wies die Junta Gerüchte zurück, sie plane angesichts steigender Rohöl-Preise eine Halbierung der täglichen Benzinration für private Autobesitzer von 7,6 auf 3,8 Liter. Drastische Benzinpreiserhöhungen um 500 Prozent waren im Herbst Auslöser für die von buddhistischen Mönchen begonnenen Massenproteste gegen die Regierung.

Die Junta hatte den Widerstand gewaltsam niedergeschlagen. Nach UN-Angaben ging die Militärregierung mit exzessiver Gewalt gegen die Demonstrationen vor. Dabei wurden den Vereinten Nationen zufolge mindestens 31 Menschen getötet.

Mönche rufen erneut zum Protest auf

Die buddhistischen Mönche in Birma riefen am Mittwoch zu weiterem Widerstand gegen das Regime auf. "Wenn Öffentlichkeit und Mönche ihre Kräfte bündeln, können wir unsere Probleme lösen", zitierte der in Norwegen ansässige birmanische Exil-Radiosender die All-Birmanische Mönchsvereinigung am Mittwoch. (leix)

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