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Fokus Osteuropa

Turkmenistan wird Ausgangspunkt einer milliardenteuren Gas-Pipeline nach Südasien

Pakistan, Turkmenistan and Afghanistan wollen gemeinsam eine trans-nationale Gas-Pipeline bauen. Zuvor hatte die Asiatische Entwicklungsbank das Projekt als realistisch eingestuft.

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Pipeline-Bau in Pakistan

Die 1.600 km lange Pipeline, die vom turkmenischen Gasfeld Daulatabad aus starten wird, ist für Afghanistan wegen der Transitgebühren von Vorteil und kommt dem wachsenden Energiebedarf Pakistans und eventuell auch Indiens entgegen. Auf einem Treffen der drei Parteien unter Vorsitz des pakistanischen Premierministers Shaukat Aziz hat man sich entschlossen, an der Umsetzung des Projekts zu arbeiten, sobald ein Zertifikat über den Umfang der Gasreserven im Daulatabad-Feld vorliegt. Dieser Punkt blieb eines der Haupthindernisse. Der turkmenische Öl- und Gas-Minister Amangelgi Pudakov versicherte während des Treffens, er werde die Bestätigungsurkunde innerhalb eines Monats liefern.

Pipeline soll regionale Zusammenarbeit stärken

Pakistan betonte, dass das Projekt nur dann profitabel sei, wenn die Pipeline jeden Tag 84 Mio. Kubikmeter Gas liefern könne. Die Asiatische Entwicklungsbank hatte im Vorfeld die 1,3 Millionen US-Dollar teure Machbarkeitsstudie für das Projekt finanziert. Ein Team pakistanischer Experten wird den Standort bald besuchen, um technische und geologische Untersuchungen durchzuführen. Der pakistanische Premier Shaukat Aziz sagte, das Projekt werde dabei helfen, Kontakte zu verbessern und die regionale Zusammenarbeit zu stärken.

Die Entscheidung, das Projekt umzusetzen, sei für alle drei Länder eine gute Nachricht, sagte der pakistanische Ölminister Amanullah Jadoon nach dem Treffen, an dem auch der afghanische Energieminister Mohammad Saddiq teilgenommen hatte. Experten gehen davon aus, dass das Projekt auch bis Indien ausgedehnt werden könnte, wo der Energiebedarf jährlich um 27 Prozent steigt.

Heikle Sicherheitslage in Afghanistan

Energieminister Saddiq versicherte, er werde die Sicherheit der Pipeline garantieren mit Hilfe von Sponsoren und der internationalen Gemeinschaft. Damit bezog er sich auf eines der Hauptbedenken der Planer, die sich um die Sicherheitslage im kriegsgeschüttelten Afghanistan sorgen. Die Pipeline wird beinahe 500 km lang durch afghanisches Staatsgebiet führen. Der Minister sagte den Reportern, dass die afghanischen Behörden dabei seien, die Landminen zu entschärfen, und sich die Sicherheitslage im Land stark verbessert habe.

Pakistan sucht zusätzlich nach anderen Optionen, eingeschlossen eine überirdische Gas-Versorgung aus dem Iran. Beide Länder hatten jüngst vereinbart, die Arbeit an einem Gas-Pipeline-Projekt zu beschleunigen, an dem eventuell auch Indien beteiligt sein wird.

Die Erdöl-Minister dieser drei Länder wollten sich ursprünglich im März treffen, doch das Treffen wurde verschoben, als Berichte aufkamen, dass die Vereinigten Staaten Druck auf Pakistan und Indien ausgeübt hatten, damit diese aus dem Projekt aussteigen. Pakistan hat den Druck aus den USA dementiert. Ölminister Amanullah Jadoon betonte, man werde eine Entscheidung im Sinne der Landesinteressen treffen. Die pakistanische Regierung sieht beide Pipeline-Projekte als wichtige vertrauensbildende Maßnahmen zwischen Pakistan und Indien, das dem Projekt zu Beginn aufgrund von Sicherheitsbedenken ablehnend gegenüberstand.

Imtiaz Gul, Islamabad
DW-RADIO/Südasien, 14.4.2005, Fokus Ost-Südost

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