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Fokus Osteuropa

Turkmenistan will Erdgasexporte diversifizieren

Aschgabad ist an mehreren Projekten zum Bau von Erdgasleitungen beteiligt, die künftig Energieträger in alle Himmelsrichtungen transportieren sollen. Priorität genießt aber die Leitung über Kasachstan nach Russland.

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Erdgaspipeline nach China

Turkmenistan hat mitgeteilt, das Projekt zum Bau der Kaspischen Erdgaspipeline Turkmenistan-Kasachstan-Russland genieße Priorität. Mit der praktischen Umsetzung sei inzwischen begonnen worden. Die Pipeline soll entlang der Ostküste des Kaspischen Meeres verlaufen und die Leitungsnetze Turkmenistans, Kasachstans und Russland verbinden.

Das Abkommen zum Bau der Kaspischen Erdgasleitung wurde Anfang vergangenen Jahres von den Präsidenten Russlands, Kasachstans und Turkmenistan unterzeichnet. Am 4. Juli dieses Jahres bekräftigte der russische Präsident Dmitrij Medwedjew während eines Besuchs in Turkmenistan, der Umfang an Lieferungen turkmenischen Erdgases nach Russland und die Weiterleitung von dort sei bis zum Jahr 2025 vereinbart und werde erfüllt.

Deutliches Signal an russische Seite

Wie turkmenische Medien berichteten, betrachtet die turkmenische Seite das kaspische Projekt als langfristigen strategischen Plan. Turkmenistan begann bereits mit dessen Umsetzung, ohne die Ratifizierung der Abkommen mit Russland und Kasachstan überhaupt abzuwarten. Unter anderem liegt bereits eine Studie zum Verlauf der Erdgas-Pipeline vor, die nun genauer geprüft werden soll. Auftraggeber des 200 Kilometer langen Abschnitts der Leitung auf turkmenischem Gebiet bis zur kasachischen Grenze ist der Staatskonzern Turkmengas. Die neue Gas-Route soll schon Ende März 2010 in Betrieb genommen werden.

Wie Experten vor Ort unterstreichen, soll mit dem Beginn der praktischen Umsetzung des turkmenischen Abschnitts der Kaspischen Erdgaspipeline vor allem gegenüber der russischen Seite deutlich gemacht werden, dass Turkmenistan seine Verpflichtungen erfüllt. Es ist aber klar, dass auch künftig turkmenische Energieträger über bereits bestehende Pipelines transportiert werden.

Politik der verschiedenen Vektoren

Am 14. Juli fand in Aschgabad eine Sitzung der turkmenisch-afghanischen Kommission für wirtschaftliche und technische Zusammenarbeit statt, auf der die turkmenische Seite ihr Interesse am Bau einer Erdgaspipeline Turkmenistan-Afghanistan-Pakistan-Indien nochmals bekräftigte. "Die Trans-Afghanische Erdgasleitung wird ein starker Impuls für die wirtschaftliche Entwicklung Afghanistans und dessen sozialer Infrastruktur sein", erklärte der turkmenische Wirtschafts- und Entwicklungsminister Gurbanmyrat Gurbanmyradow.

Turkmenistan verfolgt eigenen Angaben nach beim Export seiner Energieträger eine Politik der verschiedenen Vektoren und möchte seine Erdgaslieferungen diversifizieren. Deswegen will sich das Land an mehreren Projekten zum Bau von Erdgasleitungen beteiligen: am Kaspischen, dem Trans-Kaspischen, dem Trans-Afghanischen sowie an einem Pipelineprojekt mit China. Allerdings befürchten einige Experten, dass Aschgabad nicht garantieren könne, dass die Energieressourcen für alle diese Projekte auch reichen werden.

Ajscha Berdyjewa

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