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Fokus Osteuropa

Turkmenistan erlaubt wieder Studium in Russland

Aschgabad hat mit Moskau eine Erweiterung des Ausbildungsprogramms für turkmenische Studenten an russischen Hochschulen vereinbart. Turkmenen müssen allerdings vor einem Studium eine weiterführende Schule besuchen.

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Präsident Berdymuchammedow will Bildung im Ausland vereinfachen

Während eines Besuches von Vertretern der russischen Erdöl- und Erdgasindustrie in Aschgabad sowie Direktoren von Hochschulen, die sich auf die Ausbildung von Spezialisten in diesem Bereich spezialisieren, erhielt die turkmenische Seite von den Gästen die Zusicherung, dass ab 2008 zwei große Bildungseinrichtungen – das Gubkin-Institut in Moskau und das Tjumener Institut – über 100 Studenten aus Turkmenistan ausbilden werden. Noch in diesem Jahr werden sie 20 Personen aufnehmen, obwohl die Fristen der Aufnahmeprüfungen bereits verstrichen sind.

Staatsmacht erweitert „Quoten“

Insgesamt ist die turkmenische Führung derzeit bestrebt, die Chancen der turkmenischen Studenten an russischen Hochschulen zu verbessern. Offiziell wurde in Aschgabad mitgeteilt, dass die so genannte „staatliche Quote“ für die Ausbildung an russischen Hochschulen 70 Personen umfassen wird. Unter dem Ende vergangenen Jahres verstorbenen Präsidenten Saparmurat Nijasow wurden in Turkmenistan nur die Diplome der ausländischen Bildungseinrichtungen anerkannt, auf die sich jene „staatliche Quote“ bezog. Dabei handelte es sich vorzugsweise um türkische Institute, an denen pro Jahr bis zu 150 Turkmenen studierten. Russland tauchte in den vergangenen Jahren in Nijasows „Quoten“ gar nicht auf. Wer auf eigenes Risiko in Russland oder beispielsweise Kasachstan studierte, konnte mit seinem Diplom nur außerhalb von Turkmenistan nach Arbeit suchen.

Der neue Staatschef Gurbanguly Berdymuchammedow entschied nun, diese Situation zu ändern. Vor wenigen Tagen machte er darauf aufmerksam, dass mehr als 5.000 junge Menschen aus Turkmenistan an führenden Hochschulen anderer GUS-Staaten ausgebildet würden. Er beauftragte das Bildungsministerium, ein Verfahren zur Anerkennung jener Diplome zu erarbeiten und eine entsprechende Verordnung zu verfassen.

Sonderregelung für Turkmenen

Für die Aufnahme turkmenischer Studienbewerber an russischen Hochschulen gelten spezielle Anforderungen. Allgemein gilt in Russland die Regel, wonach der Antrag eines ausländischen Bürgers zur Aufnahme an einer Hochschule den Nachweis beinhalten muss, dass das Niveau der Schulbildung des Herkunftslandes des Bewerbers dem Niveau in Russland entspricht.

Allerdings wird in Turkmenistan ein Reifezeugnis gemäß einer noch unter Präsident Nijasow eingeführten Änderung bereits nach neun Jahren Schulausbildung verliehen. Um der weltweiten Anerkennung russischer Studienabschlüsse nicht zu schaden, können turkmenische Studienbewerber mit einem turkmenischen Reifezeugnis in Russland nicht studieren. Diejenigen Turkmenen, die gemäß der staatlichen Quote zum Studium nach Russland geschickt werden, müssen vorher noch zwei Jahre eine weiterführende Schule besuchen, um den russischen Anforderungen zu genügen.

Oras Saryjew

DW-RADIO/Zentralasien, 2.8.2007, Fokus Ost-Südost