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Fokus Osteuropa

Turkmenistan dreht am Gashahn

Um eine Erhöhung des Erdgaspreises durchzusetzen, stoppte Aschgabad in der Neujahrsnacht seine Lieferungen an die Ukraine und Russland. Ein neues Abkommen sieht für Kiew nun härtere Bedingungen vor.

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Präsident Nijasow will mehr Geld für sein Gas

Turkmenistan hat seine Erdgaslieferungen an die Ukraine wieder aufgenommen, nachdem der turkmenische Präsident Saparmurat Nijasow und der Vorstandsvorsitzende der Gesellschaft Naftogas Ukrajiny, Jurij Bojko, am Montag (3.1.) ein entsprechendes Abkommen unterzeichneten. Während des Treffens mit der ukrainischen Delegation sagte der turkmenische Präsident Saparmurat Nijasow: "Wir drehten in der Nacht des 31. Dezember den Gashahn zu und am 1. und 2. Januar bekam die Ukraine dies bereits zu spüren."

Streit um Erdgaspreise

Die Erdgaslieferungen an die Ukraine, aber auch an Russland, wurden offiziellen Verlautbarungen zufolge gestoppt, weil es den Seiten nicht gelungen war, sich auf einen Preis zu einigen. Im Jahr 2004 lieferte Turkmenistan an die Ukraine Erdgas zum Preis von 44 US-Dollar pro 1000 Kubikmeter. Mit Geld bezahlte Kiew aber nur die Hälfte der Lieferungen, der Rest wurde unter anderem mit Bartergeschäften, so genannten Tauschgeschäften Ware gegen Ware, beglichen. Das turkmenische Außenministerium erklärte, der Preis für viele Waren, die im Rahmen dieser Vereinbarung geliefert würden, sei in den vergangenen Monaten um ein Vielfaches gestiegen. Daraufhin erklärte Nijasow Ende Dezember, ab Neujahr werde der Preis für 1000 Kubikmeter turkmenischen Erdgases von 44 auf 60 US-Dollar steigen. Die Importländer Ukraine und Russland konnten sich aber bis zum 1. Januar zu keiner Entscheidung durchringen.

Kiew akzeptiert Preiserhöhung

Gemäß dem jetzt geschlossenen Abkommen bleibt der Umfang der Lieferungen an die Ukraine unverändert – es handelt sich dabei um 36 Milliarden Kubikmeter. Der neue Preis, zu dem Turkmenistan dieses Jahr sein Erdgas an die Ukraine liefern wird, liegt mit 58 US-Dollar pro 1000 Kubikmeter knapp unter den von Aschgabad zuvor geforderten 60 US-Dollar. Nijasow sagte aber bei der Unterzeichnung des Abkommens, der Preis für turkmenisches Erdgas werde im kommenden Jahr aber erneut steigen.

Wurden Lieferungen tatsächlich gestoppt?

Unterdessen wurden neue interessante Einzelheiten bekannt. Mitarbeiter von Verdichterstationen an der Erdgaspipeline "Zentralasien-Zentrum" nahe der turkmenisch-usbekischen Grenze sagten dem Korrespondenten der Deutschen Welle, in den vergangenen Tagen sei die gewohnte Menge Erdgas in Richtung Russland gepumpt worden. Sie betonten, Unterbrechungen habe es keine gegeben. Auch die usbekische Seite habe in gewohnter Weise das Erdgas weitergepumpt. Ein Vertreter des turkmenischen Ministeriums für Erdöl- und Erdgasindustrie sagte der Deutschen Welle, nur Nijasow habe das Recht, die Erdgaslieferungen zu ändern, und diesbezügliche Anordnungen des Präsidenten habe es in den vergangenen Tagen nicht gegeben.

Asat Atajew, Oras Saryjew, DW-RADIO / Russisch, 3.1.2005

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