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Fußball

Turbine verliert Finale der Königsklasse

Den Fußballerinnen von Olympique Lyon ist die Revanche für das letzte Jahr geglückt: Sie gewannen das Champions League-Finale gegen Titelverteidiger Turbine Potsdam verdient mit 2:0. Der deutsche Meister ging leer aus.

Wendie Renard, (l) feiert ihren Treffer. (Foto:Sang Tan/AP/dapd)

Mit leerem Blick starrte Lira Bajramaj auf den Rasen des altehrwürdigen Stadions Craven Cottage in London. Ihr letztes Spiel im Trikot des deutschen Meisters Turbine Potsdam hatte sie sich anders vorgestellt - sie wollte sich vor ihrem Wechsel zum Ligarivalen 1. FFC Frankfurt mit dem Champions League-Pokal in der Hand verabschieden. Doch nach 90 Minuten stand auf der Anzeigetafel das deutliche Ergebnis: 2:0 (1:0) für den Gegner. "Wir haben ganz schnell das erste, blöde Gegentor bekommen. Aber wenn wir unsere hundertprozentigen Chancen nicht nutzen, dann sind wir selber schuld", klagte die 23-Jährige. "Das sind unbeschreibliche Gefühle, ich hätte zum Abschied gerne den Titel geholt."

Unbändiger Jubel dagegen bei den Spielerinnen von Olympique Lyon, die vom französischen UEFA-Präsidenten Michel Platini persönlich die Medaillen umgehängt bekamen. "Diese beiden Teams haben auch in dieser Saison wieder alle ihre Gegner in den Schatten gestellt", hatte er ins Stadionheft geschrieben und damit Recht behalten - denn auch im Finale zeigten beide Teams ihre Klasse. Lyon holte als erstes französisches Frauenteam den Champions-League-Titel.

Die Spielerinnen von Lyon feiern mit dem Pokal in den Händen. (Foto: AP Photo/Sang Tan)

Das ist das Objekt der Begierde: Die Fußballerinnen von Lyon recken den Champions-Legaue-Pokal in die Höhe - als erstes französisches Frauenteam

Verdienter Sieg der Französinnen

Es war ein Spiel auf Augenhöhe, in der aber vor allem Potsdams Torhüterin Felicitas Sarholz gefordert wurde. Nachdem sie etliche Male parieren konnte, hatte sie in der 27. Minute keine Chance beim Abstauber-Treffer von Abwehrspielerin Wendie Renard nach einer Ecke. Das größte Pech hatte die Potsdamerin Anja Mittag, als sie aus kürzester Distanz die größte Ausgleichs-Chance für ihr Team verpasste. Das 2:0 durch die eingewechselte Lara Dickenmann fiel kurz vor Schluss (85.). "Letztes Jahr sind wir schon knapp gescheitert. Wir haben das ganze Jahr hart gearbeitet und unser Ziel jetzt erreicht", jubelte die Schweizerin später.

Potsdams Trainer Bernd Schröder, der schon zum 41. Mal in einem UEFA-Wettbewerb auf der Trainerbank saß, präsentierte sich als fairer Verlierer: "Man muss anerkennen, dass Lyon heute um ein oder zwei Tore besser war." Kurz vor dem Anpfiff hatte er eine Hiobsbotschaft verkraften müssen: Eine Knieverletzung stoppte seine japanische Stürmerin Yuki Nagasato. Ein schmerzlicher Verlust, denn sie hatte in der aktuellen Saison schon neun Champions-League-Treffer erzielt.

Lyon holt Double

Wendie Renard, (2.v.r) erzielt das Tor gegen Turbine-Torhüterin Anna Felicitas Sarholz (2.v.l). (Foto: AP Photo/Sang Tan)

Der Moment der Entscheidung

Einen Monat vor Beginn der Weltmeisterschaft in Deutschland krönten sich nun die Fußballerinnen von Olympique Lyon zu Europas Königinnen und machten die knappe Final-Niederlage im letzten Jahr nach einem dramatischen Elfmeterschießen durch einen verdienten Sieg wett. Lyon sicherte sich damit das Double aus Meisterschaft und Champions League - was für eine Saison!

Die "Torbienen" aus Potsdam verpassten dagegen den dritten Europapokalerfolg nach 2005 und 2010. Der 1. FFC Frankfurt bleibt mit drei europäischen Triumphen weiterhin Rekordsieger - deutsche Mannschaften haben sechs der bislang zehn Europapokal-Titel geholt.

Autorin: Olivia Fritz

Redaktion: Dirk Eckert

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