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US-Metropole

Turban frei für New Yorks Sikh-Polizisten

New Yorks Polizei setzt ein Zeichen für Vielfalt: Künftig dürfen Polizeibeamte, die der Glaubensgemeinschaft der Sikhs angehören, mit Turban ihren Dienst verrichten. Die Voraussetzung: Er muss polizeiblau sein.

Screenshot Twitter NYC Sikh Officers (twitter.com/sikhofficers)

New Yorker Polizisten mit Turbanen, gewittert von der NYC Sikh Officers Assiciation

"Wir wollen so vielfältig wie möglich werden. Und ich glaube, das wird uns dabei helfen", sagte James O'Neill, Chef des New York Police Departments (NYPD), wie der US-Sender CNN berichtet. Es handele sich um eine "gravierende Änderung" der Uniformvorschriften; man habe darüber sorgfältig nachgedacht, so O'Neill. Die Regelung komme derzeit rund 160 Personen zugute. Gurvinder Singh, Vorsitzender des Verbands der Sikh-Polizisten, reagierte erfreut. "Nun kann ich in voller Turban-Tracht Dienst tun - ein großartiges Gefühl", sagte er CNN. Vor der Änderung der Uniformvorschriften quetschten Sikh-Polizisten ihre Turbane unter die traditionelle Polizeikappe.

Dunkelblau und mit NYPD-Zeichen

Nicht jeder Turban aber ist für den Polizeidienst geeignet. Polizei-Turbane müssen im typischen Dunkelblau der Polizeiuniformen daherkommen und außerdem mit den entsprechenden NYPD-Zeichen versehen sein. Auch einen Bart dürfen die Sikh-Polizisten künftig tragen, allerdings darf dieser nur etwas mehr als einen Zentimeter lang sein.

Großbritannien Sikh Gemeinschaft Fest in Middlesbrough, Cleveland (picture-alliance/Zuma Press/I. Forsyth)

Gewöhnlich sind die Turbane der männlichen Sikhs recht farbenfroh

Sikhs (panjabi für "Schüler") sind Anhänger einer religiösen Reformbewegung aus dem 15. Jahrhundert in Nordindien. Ihr Gründer Guru Nanak (1469-1539) verband islamische und hinduistische Traditionen zu einer neuen Lehre. Merkmale sind die Verehrung Gottes durch die Rezitation der heiligen Schrift, des Adi Granth, und eine pazifistische Grundhaltung. Weltweit leben rund 25 Millionen Sikhs, die meisten im indischen Staat Panjab, viele auch in Großbritannien, den USA und Kanada.

In den USA leben Schätzungen zufolge 500.000 bis 700.000 Sikhs. Aufgrund ihrer Barttracht und der Turbane werden sie häufig mit Muslimen verwechselt. Besonders nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA wurden sie daher Ziel von antiislamischen Angriffen.

cw/se (kna, ape) 

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