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Porträts Lehrerverbände

Tunesischer Germanisten- und Deutschlehrerverband (TGDV)

Der tunesische Deutschlehrerverband hat eine lange Tradition. Schon seit zwanzig Jahren organisiert er jedes Jahr Österreich- und Deutschlandtage. Eine tolle Gelegenheit, um neue Mitglieder zu werben.

Karim Labidi unterrichtet nicht nur Deutsch, er ist auch noch Übersetzer und Dolmetscher. Die meisten seiner Schüler sind schon erwachsen und wollen in Deutschland studieren oder arbeiten. Außerdem ist der Generalsekretär des Tunesischen Germanisten- und Deutschlehrerverbands an verschiedenen Privatschulen und -universitäten tätig.

Deutsche Welle: Herr Labidi, Sie haben aber eine Menge Jobs ...

Karim Labidi: Ja, ich mag es, so beschäftigt zu sein, und alles, was mit Deutsch zu tun hat, macht mir Spaß.

Woher kommt denn diese große Liebe zu Deutsch bei Ihnen?

Ich bin durch Zufall zu Deutsch gekommen. Ich habe Verwandte in Österreich und die habe ich einmal besucht. Da habe ich mich direkt total verliebt. Das war vor so 20 Jahren. Und dann habe ich mich entschieden, die deutsche Sprache zu lernen. Da war ich schon 22 Jahre alt. Man kann sagen, dass ich ein Spätstarter bin.

Da muss man ja auch noch viel Biss haben, dass Sie sich so spät noch dazu entschieden haben, sich so tief in eine fremde Sprache einzuarbeiten.

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Hören Sie rein: Karim Labidi erzählt, warum er so gerne Deutschlehrer ist

Für mich ist Sprache nicht nur Sprechen. Wenn man eine Sprache beherrscht, entdeckt man eine neue Welt. Die Sprache ist auch Kultur, Denkweise und Weltanschauung usw. Die Sprache erweitert den Horizont, und je mehr Sprachen man beherrscht, desto weiter ist der Horizont. Das ist für mich Sprache.

Im Verband veranstalten sie jedes Jahr Österreich- und Deutschlandtage. Sind diese Tage der Höhepunkt des Verbandjahres?

Ja, das kann man so betrachten. Der Verband wurde 1993 gegründet, und 1995 wurden schon die ersten Österreichtage veranstaltet, zehn Jahre später die ersten Deutschlandtage. Es ist eine lange Tradition. Wir laden stets viele Leute ein: Wissenschaftler und Germanisten aus Deutschland und Österreich. Es gibt Vorträge, und auch die Botschafter Deutschlands und Österreichs kommen jedes Mal.

Es ist also ein großes Fest, bei dem Meinungen ausgetauscht werden können, Vorträge gehört werden und man sich einfach treffen kann. Es sind stets zwei Tage, und wir erleben dabei immer eine super Atmosphäre.

Das heißt am Abend kommt auch mal Feierlaune auf?

Ja natürlich, die Leute warten richtig auf diese Veranstaltung und nehmen sehr aktiv daran teil. Die Veranstaltung ist sehr wichtig für den Zusammenhalt des Verbands. Sie hält die Beziehungen am Leben und gibt neue Impulse für die Zukunft. Jedes Mal bekomme ich neue Ideen und entwickle neue Perspektiven für die Zukunft.

Und auch die Lernenden sehen es als gute Gelegenheit an, in Kontakt mit den Lehrern und vor allem mit Deutschsprechenden zu kommen.

Vorstand Deutschlehrerverband Tunesien

Der Vorstand des tunesischen Deutschlehrerverbands

Als ich selbst noch nicht im Verband war, habe ich auch teilgenommen. Deswegen habe ich den Willen entwickelt, in den Vorstand zu gehen und aktiv im Verband zu sein. Das motiviert also ungemein.

Genauso motivierend sind ja auch Reisen ins deutschsprachige Ausland. Dabei haben Sie jedoch immer wieder Probleme. Welche sind das?

Es ist für uns stets ein sehr langer Weg, ein Visum zu bekommen. Wir wünschen uns, dass das Visumsverfahren leichter gemacht wird für Germanisten, damit sie die Chance bekommen, die Kultur kennenzulernen. Oder wenn man für Recherchen nach Deutschland reisen muss. Es gibt wichtigere Dinge, mit denen wir uns beschäftigen können. Diese Visumsschranken sollten wirklich abgeschafft werden.

Zum Schluss möchte ich noch einmal auf ihren Deutschunterricht zu sprechen kommen. Nutzen Sie da auch mal die Angebote der Deutschen Welle?

Im Unterricht konkret nicht. Aber ich rate meinen Schülern, bei der Deutschen Welle die Nachrichten und die Texte zu lesen. So lernen sie neue Wörter dazu.


Die wichtigsten Infos in Kürze:
Der

Tunesische Germanisten- und Deutschlehrerverband (TGDV)

wurde 1993 gegründet und hat rund 50 Mitglieder. Am Ende der Österreich- und Deutschlandtage verlost der Verein stets in einer großen Tombola Preise an die Gäste. So werden ab und zu auch mal neue Mitglieder für den Verband geworben.


Vorstandsgremium:
• Ali Nasri (Vorsitzender)
• Houria Ben Ali (stellvertretender Vorsitzender)
• Karim Labidi (Generalsekretär)
• Ali Jridi (Schatzmeister)

IDV-Kontaktperson: Karim Labidi, k.labidi [at] yahoo.fr

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