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Aktuell Afrika

Tunesische Regierung entlässt Polizeichefs von Tunis und Le Bardo

Die Regierung in Tunis greift nach dem Anschlag auf Touristen durch: Sechs hochrangige Polizeibeamte mussten ihren Posten räumen. Auf Anordnung des Ministerpräsidenten Habib Essid persönlich.

Unter anderem müssen die Polizeichefs der tunesischen Hauptstadt sowie des Vororts Le Bardo, wo sich das attackierte Nationalmuseum befindet, Konsequenzen aus dem Anschlag ziehen. Auch der Chef der Touristenpolizei muss nach Angaben des Sprechers des Ministerpräsidenten gehen. Demnach habe Habib Essid (Artikelbild) bei einem Besuch am Anschlagsort mehrere Sicherheitslücken festgestellt. Es seien bereits Nachfolger der beiden ranghohen Polizeivertreter bestimmt worden.

Offenbar waren während des Anschlags auf das Bardo-Museum am vergangenen Mittwoch vier Sicherheitskräfte nicht an ihrem Arbeitsplatz. Ein tunesischer Politiker hatte am Freitag gesagt, dass zwei der Wachmänner, die das Museum und das nahegelegene Parlament schützen sollten, zum Zeitpunkt des Anschlags in einem Café waren. Einer habe sich etwas zu essen geholt und der vierte sei gar nicht zum Dienst erschienen.

Ermittlungen gehen weiter

Den beiden Attentätern gelang es, 20 Touristen aus Italien, Japan, Frankreich, Spanien und Polen und einen Polizisten zu töten, bevor Sicherheitskräfte die beiden jungen Männer erschossen. Dadurch verhinderten sie nach Angaben der tunesischen Ermittler, dass die Attentäter ihren Sprengstoffgürtel zünden konnten, was wahrscheinlich die Opferzahl noch erhöht hätte.

Bilder einer Überwachungskamera zeigen einen möglichen Komplizen (Foto: EPA)

Bilder einer Überwachungskamera zeigen einen möglichen Komplizen

Die Behörden fahndeten am Wochenende nach einem möglichen dritten Tatbeteiligten, der auf einem Überwachungsvideo zu sehen ist. Zu dem Attentat bekannte sich die Dschihadistengruppe "Islamischer Staat" (IS). In dem nordafrikanischen Land ist die Lage seit dem Anschlag auf das Museum höchst angespannt.

nem/djo (afp, ap, rtr)