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Tunesien

Tunesische Armee soll "Ressourcen" vor Demonstranten schützen

Wegen Unruhen im Süden Tunesiens wird das Militär künftig wichtige Einrichtungen absichern. Demonstranten in der Provinz Tatouine fordern seit Wochen von Öl-Konzernen, mehr Arbeitsplätze in der Region zu schaffen.

Tunesien Armee Spezialkräfte (Getty Images/AFP/F. Nasri)

Spezialkräfte der tunesischen Armee patrouillieren in der südlichen Stadt Ben Guerdane an der Grenze zu Lbyen (Archivbild)

Präsident Beji Caid Essebsi erklärte in einer öffentlichen Ansprache, es sei notwendig, wichtige "Ressourcen" im Land zu schützen. Ab sofort solle die Armee Gas-, Öl- und Phosphatfabriken bewachen. Grund für die Anordnung sei eine Verschlechterung des politischen Klimas. Die Proteste gegen die hohe Arbeitslosigkeit in Tunesien würden die junge Demokratie gefährden, so der 90-Jährige. Demonstrationen seien zwar erlaubt, müssten aber "im Rahmen des Gesetzes" stattfinden.

In den vergangenen Wochen hatten in Süd-Tunesien rund 1000 Demonstranten wiederholt Straßen blockiert. Sie fordern von den in der Provinz Tatouine ansässigen Öl-Unternehmen, mehr Arbeitskräfte aus der Region einzustellen und einen Teil ihrer Einnahmen für Entwicklungsprojekte auszugeben.

1,7 Millionen Arbeitslose

Nach früheren Regierungsangaben behinderten die Sitzblockaden unter anderem die Produktion der Energiefirma Perenco. Auch der im Süden Tunesiens angesiedelte kanadische Konzern Serinus Energy berichtete von entsprechenden Beeinträchtigungen. In Tatouine betreiben auch ein italienisches und ein österreichisches Unternehmen Gasgeschäfte.

Schon in den vergangenen Jahren hatten Demonstrationen die tunesische Phosphatindustrie in Mitleidenschaft gezogen. Regierungsvertretern zufolge entstand dabei ein wirtschaftlicher Schaden von mehr als zwei Milliarden Dollar. Tunesien ist im Vergleich zu den Nachbarländern Libyen und Algerien kein großer Öl- und Gasproduzent, die wichtige Tourismusbranche ist aber seit den islamistischen Anschlägen im Jahr 2015 stark eingebrochen.

Derzeit liegt die Arbeitslosenquote in dem nordafrikanischen Land bei etwa 15 Prozent. Nach dem sogenannten Arabischen Frühling 2011 hatte sich Tunesien als einziges Land in Nordafrika zu einer Demokratie entwickelt.

hk/kle (dpa, rtr)