Tunesier soll Biowaffen hergestellt haben | Aktuell Deutschland | DW | 14.06.2018
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Justiz

Tunesier soll Biowaffen hergestellt haben

Der Tunesier, in dessen Kölner Wohnung hochgiftiges Rizin gefunden wurde, hat nach Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft vorsätzlich biologische Waffen hergestellt. Der Mann war durch Online-Einkäufe aufgefallen.

Bei der Festnahme des Mannes aus Tunesien entdeckten die Ermittler hochgiftiges Rizin in dessen Wohnung. Der Verdächtige soll damit "vorsätzlich biologische Waffen" hergestellt haben, teilte die Bundesanwaltschaft mit. Es bestehe deswegen dringender Verdacht des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz, teilte die Justizbehörde in Karlsruhe mit. Es gebe jedoch keine Anhaltspunkte für eine "konkretisierte Anschlagsplanung" oder eine Mitgliedschaft des Beschuldigten in einer terroristischen Vereinigung.

Auf den in Köln lebenden 29-Jährigen waren Sicherheitsbehörden wegen auffälliger Online-Einkäufe gestoßen. Unter anderem hatte der Mann bei einem Internet-Versandhändler 1000 Rizinus-Samen und eine elektrische Kaffeemühle gekauft. "Anfang Juni 2018 setzte der Beschuldigte sein Vorhaben um und stellte erfolgreich Rizin her", teilte die Bundesanwaltschaft mit. "Dieses konnte bei dem Beschuldigten sichergestellt werden."

Rizin gilt als "potenzieller biologischer Kampfstoff"

Der Tatverdächtige war erst im November 2016 nach Deutschland eingereist und bisher polizeilich nicht in Erscheinung getreten. Staatsschutz und Ermittlungsbehörden hätten einen Hinweis auf den Mann erhalten, der dann observiert wurde, bis es am Dienstagabend zu seiner Festnahme kam.

Rizinusbaum (Giftpflanze des Jahres 2018) (Imago/M. Ruckszio)

Der Rizinusbaum ist die Giftpflanze des Jahres 2018

Das Robert Koch-Institut (RKI) stuft das leicht erhältliche Rizin aus dem Samen des Wunderbaums als "potenziellen biologischen Kampfstoff" ein. Handel und Umgang mit der Reinsubstanz seien nach dem Chemiewaffen-Übereinkommen von 1997 beschränkt. Schon in geringer Konzentration kann Rizin tödlich sein. Sollte das Gift gespritzt werden, wirkt es nach RKI-Angaben binnen 36 bis 48 Stunden tödlich.

jv/stu (dpa, afp)

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