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Afrika

Tunesien gedenkt der Opfer des Djerba-Attentats

Zehn Jahre nach dem blutigen Al-Kaida-Selbstmordanschlag auf der Ferieninsel Djerba gedenkt Tunesien der Todesopfer. 14 deutsche Geschädigte warten weiterhin auf die ihnen zugesprochenen Schadensersatzzahlungen.

Zehn Jahre sind vergangen seit dem Tod von 21 Menschen. Am 11. April 2002 starben sie bei einem Terroranschlag auf der tunesischen Ferieninsel Djerba - darunter waren auch 14 deutsche Urlauber. Tunesiens Staatschef Moncef Marzouki gedenkt am Mittwoch bei einer Feier am Anschlagsort der Opfer.

Damals hatte ein 24-jähriger Selbstmordattentäter einen mit Flüssiggas beladenen Kleinlaster in die Mauer der Synagoge La Ghriba gesteuert. Mehrere Opfer starben nach langer Behandlung in deutschen Spezialkliniken an ihren schweren Verbrennungen.

Als Drahtzieher gilt ein Deutscher

Im Juni 2003 bekannte sich das Terrornetz Al-Kaida zu dem Anschlag. 2006 wurde Belgacem Nawar, der Onkel des Attentäters, in Tunesien als Mittäter zu 20 Jahren Haft und fünf Jahren anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Im Februar 2009 befand ein Pariser Gericht außerdem den Duisburger Christian Ganczarski, der zum Islam konvertiert und Mitglied der Terrororganisation Al-Kaida geworden war, für schuldig und verurteilte ihn zu 18 Jahren Haft. Der Djerba-Attentäter Nizar Nawar rief Ganczarski wenige Stunden, bevor er sich vor der Synagoge in die Luft sprengte, an und soll in dem Telefonat "grünes Licht" für das Attentat erhalten haben.

Nur ein Drittel der Schadensersatzzahlungen erhalten

Patienten werden in einen Hangar auf dem Hamburger Flughafen am 13.4.2002 vom Luftwaffe-Airbus zu Rettungswagen gebracht (Foto: dpa)

Bei dem Anschlag auf Djerba starben 21 Menschen, darunter 14 Deutsche

Die Angehörigen der Todesopfer und diejenigen, die das Attentat überlebten, leiden zum großen Teil noch heute: Zum einen unter den physischen und psychischen Folgen, zum anderen unter dem noch immer nicht geklärten Streit um Schadensersatzzahlungen. Ein Pariser Schwurgericht sprach den 21 Geschädigten zwar im Mai 2010 insgesamt 2,4 Millionen Euro zu. Bislang wurde allerdings gerade mal ein Drittel beglichen.

Um die Zahlungen durchzusetzen, haben die Deutschen nun den staatlichen französischen Garantiefonds für Terroropfer verklagt. Dieser springt ein, wenn die Verursacher von Schäden selbst nicht zahlen können. Die französischen Opfer entschädigte der Fonds bereits.

GD/nis (dpa, afp)

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