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Aktuell Asien

Tumulte nach Berichten über Entweihung des Koran

Tausende empörte Afghanen sind vor den amerikanischen Luftwaffenstützpunkt Bagram gezogen und haben gegen Ausländer protestiert. Vorausgegangen waren Berichte über einen unsachgemäßen Umgang mit dem Koran.

Die Internationale Schutztruppe Isaf bemüht sich um Schadensbegrenzung und räumt Fehler ein. Isaf-Kommandeur John Allen entschuldigte sich und wies ausdrücklich darauf hin, seine Soldaten hätten nicht vorsätzlich gehandelt.

Das Vorgehen bei der Entsorgung von Exemplaren des für Muslime heiligen Koran sei sofort gestoppt worden und werde untersucht. "Das sichergestellte Material wird ordnungsgemäß durch die entsprechenden religiösen Obrigkeiten gehandhabt werden", versicherte Allen.

Fund afghanischer Arbeiter

Zuvor hatten einheimische Arbeiter, die auf der US-Basis beschäftigt sind, etwa 30 Koran-Ausgaben und andere religiöse Bücher bei der Verwaltung der Provinz Parwan abgegeben. Die Schriften waren inhaftierten Gefangenen auf dem Luftwaffenstützpunkt zur Verfügung gestellt worden.

Einige der Schriften seien verbrannt gewesen, andere aus dem Müll genommen worden, teilte die Sprecherin der Verwaltung, Roschana Chalid, mit. Muslimen gilt die Verbrennung sowie jede andere Verunstaltung des Koran als Todsünde.

Mehrere Tausend aufgebrachte Afghanen waren daraufhin zu der Airbase rund 60 Kilometer nördlich der Hauptstadt Kabul gezogen und hatten lautstark protestiert. Einer teilte per Telefon mit, die Menge werfe Steine und skandiere Slogans wie "Sterbt, sterbt, Ausländer" und "Tod den Amerikanern".

Sicherheitskräfte schossen Warnschüsse aus Hubschraubern, um die Menge aufzulösen. Eine Person soll verletzt worden sein. Wie die afghanische Nachrichtenagentur PAN berichtet, kam es auch in Kabul zu Protesten.

uh/sti (dpa,rtr,epd)