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Wirtschaft

Tummelplatz für ausländische Investoren

Bei einem Deutschlandbesuch (6. bis 8. Juni 2002) warb Ghanas Präsident John Kufuor um Unterstützung für sein Land. Der kleine westafrikanische Staat will vor allem Investoren der IT-Branche anlocken.

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Einloggen und surfen - auch in Afrika

Ghana wäre gern das "Tor Westafrikas" für ausländische Investoren. Für dieses ehrgeizige Vorhaben erhielt Staatspräsident John Kufuor bei seinem Besuch in Deutschland viel Beifall von seinen Landsleuten. Kufuor, seit 17 Monaten im Amt, stattete den Exil-Ghanaern in Hamburg einen Besuch ab. Rund 7000 Ghanaer leben teilweise schon seit vielen Jahrzehnten in Hamburg, die Hansestadt pflegt traditionell enge Wirtschaftskontakte mit dem westafrikanischen Land.

Beindruckende Stabilität

Kufuor präsentierte vor der Deutsch-Ghanaischen Wirtschaftsvereinigung und dem Afrika-Verein die Wirtschaftspolitik seiner Regierung. Das Land, das seit einigen Jahren eine schwere ökonomische Krise durchmacht, will mit der Misswirtschaft aufräumen, die Privatwirtschaft stärken und so zu neuer Blüte gelangen.

Deutsche Unternehmer zeigten sich für die Entwicklung Ghanas zuversichtlich. Andreas Engel von der Automobil-Ersatzteil-Firma ATE Trading prophezeite, dass Ghana einer der kommenden Märkte in der westafrikanischen Region sein werde. Ulf Schinum von der deutschen Vereins- und Westbank erklärt, warum: "Die politische Stabilität des Landes, der friedliche Machtwechsel von einer Regierung zur nächsten, der für Schwarzafrika nun absolut nicht selbstverständlich ist, hat uns sehr beeindruckt."

Von Kakao bis Kunsthandwerk

Rund 70 deutsche Unternehmen sind zur Zeit in Ghana tätig. 250 Millionen Euro betrug das deutsch-ghanaische Handelsvolumen im vergangenen Jahr. Jetzt wollen die Westafrikaner die Geschäfte mit Deutschland noch ausweiten.

Außer klassischen Gütern wie Gold, Kakao und Holz will man verstärkt auch Obst, Fisch und Kunsthandwerk ausführen. Ausländische Investitionen werden für die Modernisierung der Landwirtschaft und für die Verbesserung der Infrastruktur benötigt, im Straßenbau und vor allem auch bei der Telekommunikation.

Drei Handys für drei Netze

Für diesen Sektor warb Finanzminister Yaw Osafo-Maafo in Hamburg ganz besonders: "Das Geschäft mit der Telekommunikation hat Zukunft in Afrika." Allerdings ist gerade der IT- und Telekommunikationssektor in Afrika mit besonderen Risiken behaftet, sagt Bankfachmann Ulf Schinum: "Wir haben in Nigeria erlebt, dass die Leute teilweise mit drei Handys rumliefen, weil die lokalen Telekommunikationsgesellschaften miteinander nicht kompatibel sind."

Ghana als Eldorado für IT-Unternehmen auf der Suche nach Absatzmärkten? Schinum rät zur Vorsicht: "Als Land und als Investitionssektor ist es für Großunternehmen sicherlich interessant. Dem Mittelständler, der durch den Ausfall eines Projektes schon in eine echte wirtschaftliche Krise geraten kann, dem würden wir das sicherlich nicht raten."

Der Ausbau der Telekommunikation in Ghana ist noch Zukunftsmusik. Bisher geriet Ghana von einer Energiekrise in die andere. Die Versorgung aus dem riesigen Volta-Wasserkraftwerk Akosombo reicht nicht aus. Eine geplante Pipeline für Erdgas aus Nigeria lässt auf sich warten. Nur 42 Prozent der Menschen verfügen überhaupt über Strom.

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