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Wirtschaft

TUI verkauft Reederei für 4,45 Milliarden Euro

Der Reisekonzern verkauft seine Schifffahrtssparte an ein Hamburger Bieterkonsortium. Ein asiatischer Interessent war zuvor ausgestiegen. Mit dem Verkauf folgt TUI der Vorgabe eines seiner größten Aktionäre.

Container-Schiff mit Hapag-Lloyd Schriftzug (7.5.08, Hamburg, Quelle: dpa)

Auch die neuen Hausherren bei Hapag-Lloyd sind Hamburger

Die deutsche Traditionsreederei Hapag-Lloyd bleibt ein Hamburger Unternehmen. Der Aufsichtsrat des TUI-Konzerns entschied am Sonntag (12.10.2008), die Schifffahrtssparte an das Hamburger Bieterkonsortium um den Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne zu verkaufen. "Mit einer Gesamtbewertung von 4,45 Milliarden Euro hat sich das Konsortium in dem Bieterkampf durchsetzen können", sagte TUI-Vorstandschef Michael Frenzel nach der Sondersitzung des Gremiums am Sonntagabend. Beschlossen wurde der Verkauf sämtlicher Anteile der Hapag-Lloyd AG an eine Tochtergesellschaft der Albert Ballin KG, so der Name des Konsortiums.

TUI: Investieren und Schulden tilgen

Mann vor TUI-Logo (15.12.2006, Hamburg, Quelle: AP)

TUI-Chef Frenzel

Der von Frenzel genannte Unternehmenswert beinhaltet auch die Schulden der Reederei. Der Reisekonzern werde für 33 Prozent an dem neuen Gemeinschaftsunternehmen, das künftig alle Anteile an Hapag-Lloyd hält, 700 Millionen Euro zahlen. Aus dem Verkaufserlös von 1,4 Milliarden Euro sollen die TUI-Aktionäre eine Sonderdividende erhalten. Weitere Mittel daraus sollen in das Tourismusgeschäft investiert werden. So sei daran gedacht, die restlichen 49 Prozent an der TUI-Tourismustochtochter Travel Plc zu übernehmen. Außerdem will TUI mit dem Erlös seine Schulden tilgen.

Der Hamburger Finanzsenator Michael Freytag sprach von einer Punktlandung und einem "Befreiungsschlag für den Wirtschaftsstandort Deutschland". "In Hamburg ist die Einheit von starkem Staat und erfolgreicher Wirtschaft ein Fels in der Brandung", erklärte er.

Großaktionär forderte Verkauf

Der TUI-Vorstand hatte sich lange gegen eine Abspaltung seiner Containersparte gestemmt, im Frühjahr aber dem Drängen seines Großaktionärs John Fredriksen nachgegeben und Hapag Lloyd zum Verkauf gestellt. Um einen Verkauf des Traditionsunternehmens nach Asien zu verhindern, hatte sich das Hamburger Bieterkonsortium gebildet.

Am Freitagabend hatte sich schließlich Neptune Orient Lines (NOL) aus Singapur aus dem Bieterverfahren zurückgezogen, so dass der Weg für das deutsche Bieterkonsortium frei war. Allerdings hatte es noch am Sonntag Medienspekulationen gegeben, wonach der Verkauf von Hapag-Lloyd wegen der internationalen Finanzkrise scheitern könne.

Bei dem Käuferkonsortium handelt es sich um die Hamburgische Seefahrtsbeteiligung "Albert Ballin", an der neben dem Unternehmer Kühne die Privatbank M.M. Warburg, die Hanse Merkur, die Signal Iduna, die HSH Nordbank und die Stadt Hamburg beteiligt sind. (rri)

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