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Justiz

Tugce-Schläger nach Serbien abgeschoben

Aus dem Gefängnis direkt in den Flieger: Der Mann, der die türkische Studentin Tugce 2014 mit Todesfolge zu Boden schlug, hat Deutschland verlassen - Richtung Balkan.

Tugce-Prozess (picture-alliance/dpa/B. Roessler)

Darf acht Jahre lang nicht mehr einreisen: Sanel M. (Mitte, Archivbild aus dem Gerichtssaal)

Zweieinhalb Jahre nach dem gewaltsamen Tod der Studentin Tugce Albayrak ist die Abschiebung des verurteilten Täters nach Serbien abgeschlossen. Der 20 Jahre alte Sanel M. wurde auf dem Frankfurter Flughafen in eine Maschine nach Belgrad gesetzt. Dort ist er nach Angaben der Stadt Wiesbaden inzwischen eingetroffen. Sanel M. war im Jugendgefängnis der hessischen Landeshauptstadt inhaftiert gewesen.

Der Hessische Verwaltungsgerichtshof in Kassel hatte vor vier Wochen eine Beschwerde von Sanel M. gegen die bevorstehende Abschiebung zurückgewiesen. In letzter Instanz hatten die Richter verfügt, dass der junge Mann für acht Jahre nach Serbien ausgewiesen wird. Die Begründung: Von M. gehe weiter eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit aus.

Tugce-Prozess (picture-alliance/dpa/B. Roessler)

Während des Prozesses schirmten Polizisten im Juni 2016 Personen aus dem Umfeld von Sanel M. nach einer Rangelei ab

Der Täter hatte die 22-jährige Studentin im November 2014 auf dem Parkplatz eines Fast-Food-Restaurants in Offenbach so heftig geschlagen, dass sie stürzte und mit dem Kopf auf den Boden prallte. Später erlag sie ihren Verletzungen.

Das Landgericht Darmstadt verurteilte M. 2015 wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu drei Jahren Jugendstrafe. Die zuständige Ausländerbehörde lehnte eine Verlängerung seiner Aufenthaltserlaubnis ab. Sanel M. ist zwar in Offenbach geboren und aufgewachsen, er hat aber nicht die deutsche Staatsbürgerschaft. Nach Angaben seiner Anwälte leben seine Großeltern in Serbien. Die Eltern des 20-Jährigen und seine zwei Brüder wohnen im Rhein-Main-Gebiet.

sti/jj/se (dpa, afp, epd)

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