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Aktuell Afrika

Tuareg-Rebellen erklären Nord-Mali für unabhängig

Ihrem Ziel, im Norden Malis einen eigenen Staat zu errichten, sind die Tuareg-Rebellen mit der Eroberung der drei größten Städte in der Region bereits näher gekommen. Nun haben sie die Unabhängigkeit des Azawad erklärt.

Die Unabhängigkeit gelte ab sofort, erklärte die Nationale Bewegung für die Befreiung des Azawad (MNLA). Das Nomadenvolk der Tuareg nennt die Region, die sie für sich beanspruchen, Azawad. Sie umfasst Gebiete in Mali, Niger und Süd-Algerien. Azawad bedeutet in der Sprache der Tuareg "Land der Nomaden".

Sorge vor neuer Al-Kaida-Bastion

Allerdings wollen weder die ehemalige Kolonialmacht Frankreich noch die afrikanischen und arabischen Nachbarländer das abgetrennte Gebiet als 55. Staat Afrikas anerkennen.

Der Westen befürchtet, der Norden Malis könnte sich in eine neue Bastion des
Terrornetzwerkes Al-Kaida verwandeln.Der Weltsicherheitsrat hatte erst vor wenigen Tagen eine Erklärung verabschiedet, in der die Angriffe der Rebellen im Norden des Landes verurteilt und ein Ende der Gewalt gefordert werden.

Auch Timbuktu steht unter Tuareg-Kontrolle

Nach einem Militärputsch am 22. März hatten die Rebellen das entstandene Machtvakuum genutzt, um mit Hilfe von islamistischen Gruppen weite Teile Nord-Malis unter ihre Kontrolle zu bringen. Darunter ist auch die historische Stadt Timbuktu, die zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört.

Die Tuareg sind ein Berbervolk der Sahararegion, zu dem Angehörige verschiedener Stämme zählen. Schätzungen zufolge umfasst das Volk 1,5 Millionen Menschen, die sich auf die Region zwischen Niger, Mali, Algerien, Libyen und Burkina Faso verteilen. Als ihre eigentliche Heimat gilt die sich vom Westen in den Norden Malis erstreckende Region Azawad.

Neben den Äthiopiern sind die Tuareg das einzige afrikanische Volk mit einer eigenen Schrift. Zu ihren Kennzeichen zählt ein indigoblauer Gesichtsschleier, dessen Farbe auf die Haut abfärbt; das gab den Tuareg den Beinamen "blaue Männer".

haz/pg (dpa, afp)

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