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Politik

Tsvangirai kehrt zur Stichwahl nach Simbabwe zurück

Die Anschlagspläne konnten ihn nicht abhalten: Simbabwes Oppositionsführer Tsvangirai ist nach Harare zurückgekehrt, um in der Stichwahl gegen Mugabe anzutreten. Der will die Wähler weiter mit Gewalt gefügig machen.

Morgan Tsvangirai (24.5.2008, Quelle: AP)

Zum Wahlkampf zurück: Morgan Tsvangirai

Morgan Tsvangirai muss Optimist sein - oder einfach unerschrocken. "Ich fühle mich ziemlich sicher", sagte der simbabwische Oppositionsführer am Samstag (24.5.2008) während seiner Heimreise nach Harare der Nachrichtenagentur AP. Und das, obwohl in Simbabwe schon mehrere Attentate auf ihn verübt wurden und immer wieder Anschlagspläne bekannt werden, zum letzten Mal vor einer Woche.

Tsvangirai begrüßt geflohende Landsleute in Südafrika (22.5.2008, Quelle: AP)

Vor der Heimreise: Tsvangirai grüßt geflohende Landsleute in Südafrika

Kurz nach den umstrittenen Parlaments- und Präsidentschaftswahlen vor knapp zwei Monaten hatte der simbabwische Oppositionschef sein Land verlassen, weil die Lage ihm zu gefährlich erschien. An diesem Samstag ist er zurückgekehrt – um in der Stichwahl gegen Präsident Robert Mugabe anzutreten.

Keine Repressalien bei der Ankunft

Zahlreiche Polizisten waren bei seiner Ankunft am Flughafen in der Hauptstadt Harare anwesend. Tsvangirai wurde aber nicht an der Fahrt ins Stadtzentrum gehindert. Er konnte nach Angaben der südafrikanischen Nachrichtenagentur Sapa mehrere Straßensperren ohne Probleme passieren.

Ursprünglich wollte der 56-jährige Vorsitzende der Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) bereits vor einer Woche nach Simbabwe zurückkehren. Er verschob die Rückkehr aber wegen Informationen über ein geplantes Attentat, die seine MDC erhalten hatte. In den vergangenen Wochen war es zu massiven Übergriffen auf Anhänger der Opposition gekommen.

Wahlkampf im Klima der Gewalt

Am 27. Juni tritt der Oppositionsführer in einer Stichwahl gegen Präsident Robert Mugabe an. Er hatte die erste Runde der Wahl Ende März gewonnen, die absolute Mehrheit aber verfehlt. Bei den Parlamentswahlen hatte seine MDC Mugabes ZANU(PF)-Partei die Mehrheit abnehmen können. Die MDC hatte eine Beteiligung ihres Vorsitzenden an der Stichwahl zunächst abgelehnt, weil sie Tsvangirai nach eigener Auszählung als Wahlsieger sah. Sie hatte sich später aber doch für eine Teilnahme entschieden.

Der Wahlkampf findet in einem Klima weit verbreiteter Gewalt statt, bei der Anhänger der Opposition von radikalen Mugabe-Anhängern brutal zusammengeschlagen, vergewaltigt oder getötet werden. Der 84-jährige Mugabe regiert das frühere Rhodesien seit dessen staatlicher Unabhängigkeit 1980 autokratisch. Die einstige Kornkammer Afrikas hat seit der Vertreibung aller weißen Farmer im Jahr 2000 schwerste Versorgungsprobleme. Die Inflationsrate lag zuletzt bei rund 100.000 Prozent, die Arbeitslosigkeit bei rund 85 Prozent. (mg)

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