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Aktuell Europa

Tsipras: "Wir wollen keine neuen Hilfskredite"

Premierminister Tsipras will keine weiteren Hilfskredite, dafür aber eine "Win-Win-Situation" für alle Beteiligten. Fraglich, ob es bei einem Treffen der Euro-Länder am Montag in Brüssel dazu kommt.

"Ich bin für eine Lösung, bei der alle nur gewinnen. Ich will eine Win-Win-Lösung. Ich will Griechenland vor einer Tragödie retten und Europa vor der Spaltung bewahren", sagte der linksgerichtete griechische Regierungschef Alexis Tsipras in einem vorab veröffentlichten Interview mit dem Magazin "stern".

Er erläuterte in dem Interview, warum seine Links-Rechts-Regierung keine weiteren Hilfskredite von den internationalen Geldgebern wolle: Das Land brauche kein Geld, sondern "Zeit, um unsere Reformpläne zu verwirklichen. Ich verspreche Ihnen, dann wird Griechenland in sechs Monaten ein anderes Land sein."

Staatspleite, Einigung oder Euro-Austritt?

Die Zeit allerdings drängt: Am 28. Februar läuft das bisherige Hilfsprogramm aus, auf das sich die vorherige Regierung zusammen mit den internationalen Geldgebern geeinigt hatte. Sollten die neue Regierung und die Euro-Länder sich bei dem als wegweisend geltenden Krisentreffen am Montag in Brüssel auf keine gemeinsame Lösung einigen, droht Griechenland die Zahlungsunfähigkeit.

Griechenlands Finanzminister Yanis Varoufakis (Foto: AFP)

Finanzminister Varoufakis ist "optimisch"

Immerhin sind sich bisher beide Seiten einig darüber, dass das verschuldete Land einen nationalen Reformplan brauche, um die Wirtschaft anzuschieben, sagte ein Regierungssprecher im griechischen Fernsehen. Finanzminister Yannis Varoufakis teilte ebenfalls im Fernsehen mit, er sei nach Vorgesprächen mit den anderen 18 Mitgliedern der Eurozone über die Forderung nach einer Umstrukturierung der griechischen Staatsschulden "optimistisch". Einen "Plan B" allerdings gebe es nicht, für den Fall, dass es zu keiner Einigung kommt.

Mann hebt Geld ab (Foto: dpa)

Griechen heben täglich große Geldbeträge ab

Proteste gegen Sparpolitik

Tsipras sagte griechischen Medien, er gehe davon aus, dass die Verhandlungen in Brüssel "schwierig" sein werden. Die amtierende Links-Rechts-Regierung unter der Führung der Linkspartei Syriza hat das Sparprogramm für beendet erklärt und fordert eine Neuregelung zum Abbau der enormen Schulden. Die harten Sparauflagen macht sie für die wirtschaftliche Misere im Land verantwortlich.

In mehreren Städten protestierten tausende Griechen gegen die harten Sparprogramme, die zu einer "Verarmung" des Volkes und zur Auswanderung junger Menschen wegen der hohen Arbeitslosigkeit führe. "Stoppt die Austerität - Unterstützt Griechenland - Ändert Europa", forderten die Demonstranten unter anderem in Athen, Thessaloniki und auf Kreta.

nem/wl (dpa, rtr,afp)