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Wissen & Umwelt

Tschuri stinkt nach faulen Eiern

Ein Messgerät auf der Raumsonde Rosetta hat in den Ausgasungen des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko Schwefelwasserstoff, Ammoniak, Formaldehyd und Bläusäure gefunden - keine wohlriechende Kombination.

Bildergalerie ESA Projekt 3013 (Foto: ESA).

Philae ist zum Glück immun gegen Gestank - denn der Komet riecht gar nicht gut

Der Komet, auf dem der Landeroboter Philae am 12. November aufsetzen soll, stinkt nach faulen Eiern und Pferdestall. Das teilte Kathrin Altweg, Leiterin des Rosina-Projektes am Center for Space and Habitability (CSH) der Universität Bern mit.

Landeplatz J auf dem Kometen 67P (Foto:OSIRIS-Team/MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA).

Landeplatz J: Hier soll Philae am 12. November aufsetzen

Gas-Sensoren aus der Schweiz

Die Rosina-Forschergruppe betreibt einen Gas-Sensor an Bord der Raumsonde Rosetta, die sich in immer engeren Umlaufbahnen an den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko annähert. Nun hat der Sensor erste Messergebnisse aus der Gaswolke um den Kometen geliefert.

Demnach stammt der Gestank nach faulen Eiern von Schwefelwasserstoff, und der Gestank nach Pferdestall von Ammoniak. Hinzu kommt ein beißender Geruch von Formaldehyd, ein essigartiges Aroma von Schwefeldioxid und ein süßlicher Geruch von Schwefelkohlenstoff. Abgerundet wird der Duftcocktail von etwas Alkohol (Methanol) und einem zarten Mandelaroma. Dieses geht auf den Cyanwasserstoff Blausäure zurück.

Mehr Ausgasungen als erwartet

Die Menge der gemessenen Ausgasungen hat die Wissenschaftler überrascht. Derzeit ist Tschuri noch gut 400 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt. "Je näher der Komet zur Sonne kommt, desto mehr verdampft von seinem Eis, umso stärker wird seine Ausgasung", erklärte Projektleiterin Altweg.

Die Ergebnisse untermauern die Erwartungen der Forscher, dass auf den Kometen die Bausteine des Lebens zu finden sind. Die Suche geht im November in eine entscheidende Phase: Am Mittwoch, den 12. November gegen 10 Uhr MEZ, soll Rosetta sich von dem Landeroboter Philae lösen.

Sieben Stunden später, gegen 17 Uhr MEZ, soll dann das Signal auf der Erde ankommen, dass Philae erfolgreich aufgesetzt hat.

Gegen 19 Uhr erhoffen sich die Forscher der Europäischen Weltraumagentur ESA und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) erste Bilder von der Kometenoberfläche.

Die Deutsche Welle ist dann mit Reportern in den Kontrollzentren in Darmstadt und Köln mit dabei und berichtet live.