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Sport

Tschechien ist Eishockey-Weltmeister

Im Endspiel der WM setzten sich die Tschechen in Köln überraschend gegen Rekordweltmeister Russland durch. WM-Gastgeber Deutschland verlor das "kleine Finale" gegen Schweden und beendete das Turnier als Vierter.

Tschechen jubeln über Tor gegen Russland (Foto: AP)

Jubelnde Tschechen

Tschechiens Klepis bejubelt den 1:0-Treffer für Tschechien (Foto: AP)

1:0 durch Klepis

Am Ende wurde es im Finale der Eishockey-Weltmeisterschaft vor über 19.000 Zuschauern in der ausverkauften Arena in Köln noch einmal dramatisch. 35 Sekunden vor der Schluss-Sirene verkürzte der russische Stürmer Pawel Dazjuk am Sonntag (23.05.2010) zum 1:2 - bei Unterzahl des tschechischen Teams. Doch mit Glück und Geschick retteten die Tschechen den knappen 2:1 (1:0, 1:0, 0:1)-Erfolg über die Zeit. Jakub Klepis hatte das Team in der ersten Minute mit 1:0 in Führung gebracht, Kapitän Tomas Rolinek in der 39. Minute auf 2:0 erhöht.

Zuvor hatte Russland 27 Spiele in Folge bei WM-Turnieren gewonnen. Für den Rekordweltmeister war es die zweite herbe Enttäuschung innerhalb von drei Monaten. Bei den Olympischen Spielen in Vancouver war Russland im Viertelfinale am späteren Turniersieger Kanada gescheitert. Für Tschechien war es der zwölfte Weltmeistertitel.

Deutschland verliert kleines Finale

Deutsche Spieler bejubeln den Torschützen Barta (Foto: AP)

Jubel um Torschütze Barta

Die deutschen Eishockey-Spieler hatten zuvor das "kleine Finale" um Platz drei gegen Schweden mit 1:3 (0:1, 1:0, 0:2) verloren. Einen Tag nach der sehr unglücklichen 1:2-Niederlage im Halbfinale gegen Russland fehlten die Kräfte und das Glück, um zum Abschluss der Weltmeisterschaft im eigenen Land für eine weitere Überraschung zu sorgen. Der Favorit aus Skandinavien ging früh in Führung. Jungstar Magnus Päärjävi Svensson erzielte in der dritten Minute das 1:0. So stand es auch zur ersten Drittelpause. Wer dachte, dass die deutsche Mannschaft nun einbrechen würde, sah sich eines Besseren belehrt. Das Team von Bundestrainer Uwe Krupp mobilisierte noch einmal alle Kräfte. Verdienter Lohn der Bemühungen war der Ausgleich durch Alexander Barta in der 37. Minute.

Anderssons zweiter Streich

Das Schlussdrittel verlief ähnlich wie das erste. Schweden legte schnell vor: Jonas Andersson traf in der 44. Minute zum 2:1 für die Skandinavier. Auch jetzt steckte die deutsche Mannschaft keineswegs auf, kam zu einigen guten Möglichkeiten, doch der Ausgleich wollte nicht mehr gelingen. Gut eine Minute vor der Schluss-Sirene nahm Krupp Torwart Dennis Endrass aus dem Spiel und brachte einen weiteren Stürmer. Der Schuss ging nach hinten los: Andersson sorgte mit seinem Treffer ins leere deutsche Tor für das 3:1 zugunsten der Schweden und damit für die endgültige Entscheidung. "Die Kraft war nicht da, um so einen Gegner zu schlagen", sagte Bundestrainer Krupp. "Wir hätten drei oder vier Tore schießen müssen, um zu gewinnen."

Kampf um den Puck vor dem von Dennis Endras gehüteten deutschen Tor (Foto: AP)

Torwart Dennis Endras (l.) hatte auch im Spiel um Platz drei wieder jede Menge zu tun

Beste WM-Platzierung seit 1953

Die rund 15.800 Zuschauer in der Kölner Arena feierten die deutsche Mannschaft trotz der Niederlage frenetisch. Immerhin verbuchte sie mit Rang vier die beste Platzierung bei Weltmeisterschaften seit 1953. Auch der Bundestrainer zog ein überaus positives Resümee: "Die Mannschaft hat ein Superturnier gespielt. Sie ist in jedem Spiel an ihre Grenzen gegangen. Besser geht es nicht für uns."

Zuschauerrekord knapp verfehlt

Die Organisatoren der WM können mit dem Verlauf des Turniers mehr als zufrieden sein. Rund 545.000 Zuschauer sahen die 56 WM-Spiele. Der Besucherrekord aus dem Jahr 2004 (552.097 Zuschauer bei der WM in Tschechien) wurde nur knapp verfehlt. René Fasel, Präsident des Eishockey-Weltverbands IIHF, sprach von "einem der am besten organisierten WM-Turniere".

Autor: Stefan Nestler
Redaktion: Calle Kops

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