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Sport

Tschechien - Dänemark 50 : 50

Dänemark und Tschechien spielen heute den letzten Platz im Halbfinale aus - und die favorisierten Tschechen haben richtig schlechte Erinnerungen an die selbstbewussten Dänen.

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Abschiedsbilder - oder nur die Dokumentation einer Station zum Finale?

Statistisch gesehen ist das Viertelfinale zwischen Dänemark und Tschechen eine klare Sache: 18 mal spielten sie bisher gegeneinander - und Dänemark konnte nur einmal gewinnen. Das tat den Tschechen aber richtig weh: 2:1 hieß es am 2. Juni 2001 in Kopenhagen im letzten und entscheidenden Qualifikationsspiel für die Weltmeisterschaft 2002 - Nedved, Rosicky und Co. mussten sich die WM in Japan und Korea am Fernsehen anschauen.

Euro2004, Gruppe C, Dänemark, Bulgarien

Einig und erfolgshungrig: Jon Dahl Tomasson wird beglückwünscht

Aus diesem Sieg ziehen die Dänen ein gutes Stück ihres Selbstbewusstseins vor dem Spiel im Estadio Dragao zu Porto gegen die bislang beste Turniermannschaft. "Das war im Prinzip dieselbe Mannschaft wie heute", meint Dänemarks Coach Morten Olsen. "Es wird ein 50:50-Spiel", sagte er am Samstag nach der Ankunft in Porto. "Es wird sehr stark von der Tagesform abhängen."

Geheimwaffe Erfolgshunger

Zwölf Jahre nach dem sensationellen EM-Sieg träumt Dänemark sogar vom nächsten großen Coup. "Wenn wir unsere gute Form halten, können wir auch das Turnier gewinnen", sagt der Trainer selbstbewusst. Jon Dahl Tomasson, mit bisher drei Toren einer der erfolgreichsten Stürmer des Turniers, glaubt dies auch: "Unsere Geheimwaffe ist der Erfolgshunger, der uns antreibt". Vor allem soll die Schmach der EM 2000 ausgewetzt werden, als Dänemark mit null Toren und null Punkten ausschied.

Allerdings plagen die hungrigen Skandinavier satte Personal-Sorgen. Niclas Jensen fällt mit einer Risswunde am Schienbein aus. Für ihn rückt Kasper Bögelund auf die Außenverteidigerposition. Unsicher ist der Einsatz des Schalker Stürmers Ebbe Sand, der an einer Oberschenkelzerrung laboriert. Sollte dieser ausfallen, würde wohl Claus Jensen spielen. Leicht angeschlagen sind auch die Flügelspieler Dennis Rommedahl und Martin Jörgensen.

Tschechen ausgeruht

Derlei Sorgen hat Tschechiens Trainer Karel Brückner nicht. Der 64-Jährige konnte seine Stars im letzten Gruppenspiel gegen Deutschland schonen, so dass die erste Elf fast eine ganze Woche Wettkampfpause hatte, während die Dänen mit ihrer Stammelf drei Partien in neun Tagen absolvieren mussten. Verletzte gibt es bei den Tschechen keine zu beklagen.

Dennoch ist der Respekt vor den stürmischen Skandinaviern groß. "Ich hätte lieber gegen Schweden gespielt. Deren starke Defensive liegt uns mehr, als die offensive Spielwiese der Dänen", sagte Mittelfeldspieler Tomas Rosicky. "Die Dänen haben eine sehr gute Mannschaft. Wir müssen an unsere Leistung gegen die Holländer anknüpfen, um sie schlagen", erklärte der Mittelfeldspieler.

Nedved und die harte Nuss

Euro2004Keyplayers Tschechien Mittelfeldspieler Pavel Nedved

Respektvoll: Pavel Nedved

Auch Europas Fußballer des Jahres Pavel Nedved geht mit einigem Respekt ins EM-Viertelfinale gegen Dänemark. "Die Dänen mögen das Angriffsspiel wie wir. Wir haben eine harte Nuss zu knacken", erklärte der tschechische Mittelfeldstar von Juventus Turin. "Wir denken noch lange nicht ans Finale. Die Chancen stehen fifty-fifty", führte Nedved weiter aus.

In allen drei bisherigen EM-Spielen gegen Lettland (2:1), Niederlande (3:2) und Deutschland (2:1) gerieten die Tschechen in Rückstand. "Wir haben uns immer ins Spiel zurückkämpfen müssen. Ich hoffe, dass wir gegen die Dänen mal zur Abwechslung selbst in Führung gehen", sagte Nedved, der einen gewissen Bammel vor einem neuerlichen Rückstand allerdings nicht verhehlen kann. Gleichzeitig haben die erfolgreichen Aufholjagden bewiesen, dass die tschechische Moral absolut intakt ist. (sams)

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Tschechien: 1 Cech - 2 Grygera, 21 Ujfalusi, 5 Bolf, 6 Jankulovski - 4 Galasek, 8 Poborsky, 10 Rosicky, 11 Nedved - 9 Koller, 15 Baros

Dänemark: 1 Sörensen - 6 Helveg, 4 Laursen, 3 Henriksen, 2 Bögelund - 15 Daniel Jensen, 9 Tomasson, 7 Gravesen - 8 Grönkjaer, 11 Sand (14 Claus Jensen), 10 Jörgensen

Schiedsrichter: Walentin Iwanow (Russland)

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