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Ostmitteleuropa

Tschechen achten weniger auf Markenartikel

- Das Sozialprestige spielt in Mitteleuropa beim Warenkauf keine so große Rolle wie in den EU-Ländern

Prag, 22.5.2002, PRAGER ZEITUNG, deutsch

Markenartikel haben es in Mitteleuropa und insbesondere in Tschechien deutlich schwerer sich auf dem Markt durchzusetzen als in westeuropäischen Staaten. Das zeigt eine Studie der Firma Taylor Nelson Sofres, welche die Konsumgewohnheiten bei Markenartikeln in Großbritannien, Tschechien, Ungarn, Polen und der Slowakei vergleicht.

Während beispielsweise 61 Prozent der Britinnen und Briten beim Kauf von Parfums und Kosmetika auf den Namen achten, sind es in der Slowakei 48 Prozent, in Ungarn 45 Prozent, in Polen 39 Prozent. Mit 38 Prozent hat Tschechien hier den niedrigsten Anteil an Käufern zu verzeichnen, die sich an Marken orientieren. Auch bei den zwei Warenkategorien Wasch- und Putzmittel sowie nichtalkoholischen Getränken, die im Westen stark mit dem Image eines bestimmten Produktes verknüpft werden, zeigen die Kunden in den Ländern Mitteleuropas abweichendes Konsumverhalten.

In Großbritannien geben fünfzig Prozent der Käufer in diesen Warengruppen dem Markenartikel den Vorzug; in Tschechien spielt bei Wasch- und Putzmitteln nur für 23 Prozent der Name eine Rolle, bei nichtalkoholischen Getränken nur für 22 Prozent. Ähnlich sieht es in der Slowakei (31 Prozent Wasch- und Putzmittel, 22 Prozent nichtalkoholische Getränke) und in Polen (33 Prozent Wasch- und Putzmittel, 25 Prozent nichtalkoholische Getränke) aus. Am ehesten geben die Ungarn Markenartikeln den Vorzug (bei Wasch- und Putzmitteln kommen sie auf 47 Prozent bei nichtalkoholischen Getränken auf 31 Prozent).

Anders als im Westen, wo Markenkleidung unter der Jugend eine herausragende Rolle spielt, wird beim Kauf von Kleidung und Textilien in Mitteleuropa weniger Wert aufs Image gelegt - Markenware bevorzugen 26 Prozent der Ungarn, 22 Prozent der Tschechen und Slowaken sowie 21 Prozent der Polen. Noch geringer ist die Präferenz bei Lebensmitteln - wahrend 37 Prozent der Briten sich an bekannten Produktnamen orientieren, sind es in Ungarn 31 Prozent, in Polen 20 Prozent, in der Slowakei 15 und in Tschechien gar nur 14 Prozent. Nur beim Kauf von Elektronik achten die Mitteleuropäer genau so auf die Marken, wie die Briten: 58 Prozent der Tschechen wählen Computer oder Stereoanlagen dem Namen nach aus, in der Slowakei sind es 64 Prozent, in Polen 46 Prozent und in Ungarn 51 Prozent (Großbritannien 57 Prozent).

Die Schlussfolgerung der Autoren: "Im Allgemeinen sind die Ungarn die größten Fans von Markenartikeln unter den vier mitteleuropäischen Nationen. Die Studie zeigt, dass die Markenartikel zwar als Qualitätsartikel wahrgenommen werden, dass aber für die Mitteleuropäer die Zweckmäßigkeit und der Preis wichtiger sind als die Marke als solche.

Die Tschechen sind, was die Qualität der Markenartikel angeht, etwas kritischer als ihre Nachbarn. Die Polen kaufen Waren eher gewohnheitsmäßig. Die Slowaken reagieren deutlich auf Preisnachlasse und ihr Verhalten wird vom Preis bestimmt, sie lehnen unbekannte Produkte ab. Faktoren wie die Verpackung oder das Firmenzeichen oder soziales Prestige spielen bei dem Kauf von Markenprodukten nicht die Hauptrolle." (ykk)

  • Datum 23.05.2002
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  • Permalink http://p.dw.com/p/2Cr8
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