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Politik

Tschad wieder unter Regierungskontrolle?

Drei Tage nach dem Ende der Kämpfe in der tschadischen Hauptstadt N'Djamena hat die Regierung das gesamte afrikanische Land nach eigenen Angaben wieder "vollkommen unter Kontrolle".

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Siegesgewiss: Präsident Idriss Deby

Präsident Idriss Déby erklärte am Mittwoch (06.02.2008) bei der ersten Pressekonferenz seit dem Angriff der Rebellen auf seinen Amtssitz am vergangenen Wochenende, seine Truppen hätten die Rebellen erfolgreich geschlagen, wie französische Medien berichteten. Der französische Außenminister Bernard Kouchner sagte dagegen im Rundfunk, die Rebellen schienen sich nach ihrem Rückzug aus N'Djamena neu zu gruppieren. Rund 30 Kilometer vor der Hauptstadt hätten sie 100 bis 200 Fahrzeuge zusammengezogen. Déby habe die Lage aber unter Kontrolle. Verteidigungsminister Hervé Morin bestätigte, dass zusätzliche Rebellentruppen von der sudanesischen Grenze in Richtung N'Djamena unterwegs seien. "Sie sind sehr langsam, das lässt uns Manövrierraum", sagte Morin, der Déby am Mttwoch bei einem Besuch in N'Djamena seine Unterstützung versichert hatte. Erste Flüchtlinge kehren zurück Rebellensprecher Abderaman Koulamallah erklärte, die Rebellen hätten ihre Ziele nicht aufgegeben. Er rief Frankreich auf, sich aus dem Konflikt herauszuhalten. "Frankreich läuft Gefahr, sein Gesicht im Tschad zu verlieren und das Leben aller seiner Bürger in Afrika in Gefahr zu bringen", sagte er dem Sender RFI zufolge. Helfer des Roten Kreuzes bargen unterdessen Tote in den Straßen N'Djamenas. Ausgebrannte Fahrzeuge und zerschossene Gebäude zeugten von der Heftigkeit der Gefechte. Hunderte Flüchtlinge kehrten aus dem nahen Kamerun nach N'Djamena zurück. Frankreich will zwei Flugzeuge mit 80 Tonnen Hilfsgütern nach Kamerun schicken, wo sich bis zu 30.000 tschadische Flüchtlinge aufhalten sollen. Sorge um Oppositionspolitiker Menschenrechtsorganisationen äußerten Sorge um das Schicksal mehrerer Oppositionspolitiker, die während der Kämpfe in N'Djamena verschwunden sind und sich in der Hand Débys befinden sollen. Amnesty International befürchtet, dass sie gefoltert werden könnten. Die Internationale Menschenrechtsliga (FDIH) forderte den UN-Sicherheitsrat auf, sich für die Wahrung des Waffenstillstands im Tschad einzusetzen. Kouchner erklärte, Frankreich habe nicht in die Kämpfe zwischen Armee und Rebellen eingegriffen, aber Waffen eingesetzt, um die weit mehr als 1000 Zivilisten zu schützen, die ausgeflogen werden sollten. Auch bei der Evakuierung der deutschen Botschaft sei geschossen worden. Frankreich hat aufgrund eines Militärabkommens seit Jahren Soldaten im Tschad stationiert. Déby hatte sich 1990 mit französischer Unterstützung an die Macht geputscht und wurde seitdem zweimal in Wahlen im Amt bestätigt. (wga)

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