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Afrika

Tschad: Neues Projekt zur Konfliktreduktion

Senderchefs von lokalen Radios für die Verantwortung von Medien in Konflikten sensibilisieren und Journalisten zu Trainern ausbilden - das ist Ziel eines gemeinsamen Projektes von DW Akademie und dem Maison des Médias.

Gewaltvolle Konflikte um Landnutzung zwischen Bauern und Viehzüchtern stellen im Tschad ein großes Problem dar, welches sich aufgrund der schnell wachsenden Bevölkerung zusehends verschärft. Der Anteil nutzbarer Ackerfläche schwindet - ein Prozess, der die Chancen auf Entwicklung weiter schmälert. Auch über die Landesgrenzen hinaus mehren sich die Konflikte und gefährden die Stabilität der ganzen Region: Das Eingreifen tschadischer Truppen in Mali, die Flüchtlingsströme aus dem Sudan und die Bedrohung durch Aktivitäten der nigerianischen radikal-islamischen Boko Haram - das politische und soziale Gefüge im Tschad ist gravierenden Herausforderungen ausgesetzt.

Medien können solche Konflikte schüren - sie können aber diese durch konfliktsensitive Berichterstattung auch entschärfen. Deshalb wird sich die DW Akademie gemeinsam mit der lokalen Organisation Maison des Médias (MMT) als neuem Partner nun verstärkt im Tschad engagieren. Im Rahmen eines EU-finanzierten Projektes werden in den kommenden 18 Monaten Journalisten und Senderchefs aus besonders konfliktträchtigen Landesteilen weitergebildet und beraten. Damit soll sowohl unmittelbar als auch langfristig ein Beitrag zur Konfliktreduktion und Konfliktprävention geleistet werden. "Durch die Förderung von Dialog und unabhängigem Journalismus kann bestehenden Konflikten effektiv entgegengewirkt werden", so Johann Müller, zuständiger Projektmanager der DW Akademie.

Neue Multiplikatoren für Frieden und Dialog

Künftig sollen im MMT in der Hauptstadt N'Djamena verstärkt Medienschaffende aus- und fortgebildet werden. Das Institut sei bereits gut vernetzt und eigne sich daher als Fortbildungsinstitut, so Müller. Die DW Akademie wird durch kontinuierliche Beratung vor Ort sowie durch den Dialog auf EU-Ebene die Positionierung des MMT als Organisation für Medienentwicklung begleiten.

Infografik Tschad, Partnersender (Copyright: DW Akademie).

Die sechs Partnersender und ihre Regionen: Radio Brakos in Mandoul, Radio Lotiko in Moyen-Chari, Radio Kadai in der Region Lac, Radio Al Moural in Batha, Radio Sila in Sila und Radio Absoun in Wadi Fira


Das erste Training für Journalisten wird bereits Anfang Mai unter Leitung der DW Akademie stattfinden. Darin ist die nachhaltige Professionalisierung direkt mitgedacht. "Im Train-the-Trainer Seminar geht es darum, den Teilnehmern Methoden von Lehre und Ausbildung zu vermitteln und sie so zu Multiplikatoren auszubilden", so Carine Debrabandère, Trainerin und Regionalkoordinatorin der DW Akademie für Zentralafrika. Die Teilnehmer des ersten Seminars kommen größtenteils aus N'Djamena und werden im Anschluss in den verschiedenen Partnerstationen selbst Inhouse-Trainings für die Journalisten vor Ort durchführen.

Die DW Akademie wird diese Inhouse-Trainings in Form von Coachings begleiten und ebenfalls ein maßgeschneidertes Seminar für die Direktoren leiten. Darin werde es unter anderem um die Rolle der Medien in Konfliktsituationen und um ethische Verantwortung im Mediensektor gehen. Mit der Professionalisierung von Journalisten und Direktoren sollen der Zugang und die Verbreitung von unabhängigen Informationen im Tschad verbessert werden. Damit, so erhofft sich Müller, könne auch der Dialog zwischen Konfliktparteien konstruktiv gefördert und ein Beitrag zu mehr Stabilität im Land geleistet werden.

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