1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Politik

Tschad: Ausländer werden evakuiert

In der tschadischen Hauptstadt N'Djamena liefern sich Regierungstruppen und Rebellen erbitterte Straßenkämpfe. Die französischen Streitkräfte bringen Ausländer außer Landes. Die Situation bleibt unübersichtlich.

Frau mit Kind wird evakuiert, Quelle: AP

Schon 600 Ausländer wurden in Sicherheit gebracht

Die französische Armee evakuiert Ausländer aus dem Tschad, Quelle: AP

Die französische Armee evakuiert Ausländer aus dem Tschad

Inmitten heftiger Kämpfe in der tschadischen Hauptstadt N'Djamena hat Frankreichs Luftwaffe am Wochenende fast 600 Ausländer in Sicherheit gebracht, darunter auch etliche Deutsche. In mehreren Evakuierungsflügen brachten Militärmaschinen die Ausländer außer Landes. Bei dem Machtkampf im Tschad wurden nach Angaben der Organisation Ärzte ohne Grenzen bereits mehrere hundert Menschen verletzt.

In N'Djamena lieferten sich am Sonntag Rebellen und Truppen von Deby weiter Gefechte. Wie ein AFP-Journalist berichtete, waren im Stadtzentrum nahe des Präsidentenpalastes und am Gebäude des nationalen Rundfunksenders Schüsse und Panzerfeuer zu hören. Auch Armeehubschrauber waren im Einsatz. Panzer der Regierungstruppen verteidigten den Amtssitz von Präsident Idriss Deby. Nach französischen Angaben verfügt dieser über 2000 bis 3000 loyale Soldaten, denen etwa 2000 Rebellen gegenüberstehen.

Warnung der AU

Präsident Idriss Deby , Quelle: AP

Präsident Idriss Deby ist in Bedrängnis

Die Afrikanische Union (AU) kündigte am Samstag an, sie werde eine mögliche Rebellenregierung nicht anerkennen, sollten die Aufständischen die Macht ergreifen. Der Tschad werde dann aus der AU ausgeschlossen, bis Normalität und Demokratie wiederhergestellt seien, sagte der neugewählte AU-Vorsitzende und tansanische Präsident Jakaya Kikwete während des Gipfels der Organisation in Addis Abeba.

Die AU sei tief besorgt über die Krise. Der libysche Staatschef Muammar al Gaddafi und der Präsident der Republik Kongo, Denis Sassou-Nguesso, sollen in dem Konflikt vermitteln.

Kämpfe seit Freitag

Seit die EU am Montag die seit Monaten geplante Schutztruppe EUFOR gebilligt hatte, hatten sich die Rebellen aus dem 800 Kilometer entfernten Sudan in rund 300 Geländewagen und Truppentransportern auf den Weg in die tschadische Hauptstadt gemacht.

Am Freitag stellten sich ihnen rund 50 Kilometer nordöstlich von N'Djamena erstmals Regierungstruppen mit dem Staatspräsidenten Deby an der Spitze in den Weg. Am Donnerstag hatten die Rebellen dem Staatschef ein Ultimatum gestellt: Sollten bis Freitag keine Gespräche über eine Machtteilung zustandekommen, gebe es Krieg.

EU schickt keine Truppen

Die EU setzte die Entsendung weiterer Soldaten für ihre Schutztruppe wegen der Kämpfe vorerst aus. Die Verlegung der rund 3700 Soldaten aus 14 Ländern sollte Anfang Februar beginnen, so dass die EUFOR-Truppe spätestens im Juni voll einsatzfähig ist. Die von Irland geführte Truppe soll hunderttausende Flüchtlinge aus der sudanesischen Krisenregion Darfur schützen.

Wegen fehlender Soldaten und mangelnder Ausrüstung war der ursprünglich für November geplante Einsatz mehrfach verschoben worden. Die Regierung des Tschad und mehrere Experten vermuten, dass der Sudan hinter den Angriffen auf N'Djamena steht, um die Stationierung der EUFOR zu behindern. (kas)

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema