1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Politik

Trutzburg statt Schmelztiegel

Arbeit vor Asyl: Australien begrüßt seinen sechsmillionsten Einwanderer seit dem Zweiten Weltkrieg - eine philippinische Computerexpertin.

default

Sydney Opera House, Australien

Christina Jurado scheint dem Wunschzettel der Einwanderungsbehörde entsprungen: Die 29-Jährige arbeitet als Systemanalystin, ihr Mann als Produktingenieur. Für ihre Wahlheimat fand die Neu-Australierin ausnehmend wohlwollende Worte: "Australien ist ein besseres Land, die Wirtschaft ist gesund, meine Kinder haben hier eine bessere Zukunft."

Einwanderungsminister Philip Ruddock wird das Lob der Jubiläumsmigrantin gerne gehört haben, als er sie am Flughafen von Sydney empfing: Australiens Einwanderungspolitik stand in den letzten Monaten unter verschärfter Beobachtung durch die Weltöffentlichkeit. Mehrmals wurden Flüchtlingsschiffe vor der australischen Küste aufgebracht und abgewiesen. Flüchtlinge rebellierten gegen die Zustände der Sammellager im Landesinnern.

Geliebte Isolation

Das scharfe Vorgehen gegen die illegale Einwanderung brachte Australien internationale Kritik ein, verschaffte der konservativen Regierung Howard aber einen Popularitätsschub; sie wurde im November vergangenen Jahres wiedergewählt. Immer mehr Australier lehnen es ab, die Folgen von Kriegen und Krisen zu tragen, die das Land nicht zu verantworten hat.

Zugleich setzt Down Under auf eine Auswahl der Immigranten nach ökonomischen Kriterien: Durch die kanalisierte Zuwanderung steige der Lebensstandard der Australier um 323 Dollar pro Kopf in den nächsten sechs Jahren, rechnete Ruddock den Staatsbürgern vor. Der Weg ins gelobte Land ist denn auch ein steiniger Parcours: Potentielle Migranten müssen sich einem komplizierten bürokratischen Prozess unterziehen.

Zu krank ist zu teuer

Die Regierung legt jedes Jahr eine Einwanderungsquote fest; aktuell liegt sie bei 84.500 Menschen. Sie unterscheidet nach Familiennachzüglern, Fachkräften und Flüchtlingen. Ein Punkteverfahren bewertet Alter, Sprachkenntnisse und berufliche Fähigkeiten. Die besten Karten haben dabei speziell qualifizierte Arbeitskräfte. So sucht das Land neben Managern und Buchhaltern vor allem Krankenschwestern.

Einwanderer, die der australischen Gesellschaft hohe Kosten verursachen, haben es dagegen schwer, auch wenn die Familie schon im Land wohnt. Liegen die erwarteten Behandlungskosten über 150.000 australischen Dollar, muss der Fall dem Minister vorgelegt werden. (jf)

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links

  • Datum 19.03.2002
  • Drucken Seite drucken
  • Permalink http://p.dw.com/p/20Tt
  • Datum 19.03.2002
  • Drucken Seite drucken
  • Permalink http://p.dw.com/p/20Tt