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Politik

Truppenrückzug aus Afghanistan beginnt 2011

Die USA und Deutschland starten bei andauernden Kämpfen in Afghanistan nächstes Jahr den Abzug ihrer Truppen. Präsident Barack Obama sagte dies im Weißen Haus, Außenminister Guido Westerwelle im Deutschen Bundestag.

Barack Obama unter US-Soldaten in Afghanistan (Foto: AP)

Obama hält an Truppenrückzug ab Juli 2011 fest

Nach dem neuesten amerikanischen Lagebericht zur Situation am Hindukusch, den Obama am Donnerstag (16.12.2010) in Washington vorstellte, haben die internationalen Truppen den Vormarsch der radikal-islamischen Taliban gestoppt. Deren "Dynamik" sei in vielen Landesteilen gebrochen und in einigen wichtigen Regionen sogar umgekehrt worden, heißt es. Auch das Terror-Netzwerk El Kaida sei zunehmend in Schranken verwiesen. Mit dem Abzug der US-Truppen könne deshalb wie geplant im Juli nächsten Jahres begonnen werden. Wieviele US-Soldaten nach Hause kommen, ließ Obama im Unklaren.

"Ende 2011 werden wir unser Bundeswehr-Kontingent in Afghanistan erstmals reduzieren können", hatte sich der deutsche Außenminister Guido Westerwelle wenige Stunden zuvor in einer Regierungserklärung im Bundestag in Berlin festgelegt. Er ging damit weiter als ein so genannter "Fortschrittsbericht" der Bundesregierung. Darin wird zwar der Abzugsbeginn für Ende 2011 angestrebt, der Schritt jedoch auch erst 2012 für möglich gehalten. Sogar Gebiete im Norden, so Westerwelle weiter, gehörten zu den ersten Regionen, die an die Afghanen übergeben werden sollten.

Guido Westerwelle (Foto: AP)

Westerwelle im Bundestag: Die ersten Bundeswehrsoldaten kommen Ende 2011 zurück

Teils harte Kritik erntete die Bundesregierung von der Opposition für ihre Afghanistan-Strategie. Die Linkspartei warf ihr vor, die Lage zu beschönigen: "Ihr Abzug ist gar kein Abzug, Ihr Aufbau ist kein Aufbau, und Ihre Terrorbekämpfung hat nichts mit Terrorbekämpfung zu tun", schimpfte etwa der Abgeordnete Jan van Aken über Westerwelles Bericht.

"Fragil und umkehrbar"

Probleme sehen weiterhin auch die Amerikaner. In vielen Gebieten Afghanistans sei die Lage nach wie vor prekär, die Fortschritte "fragil und umkehrbar", heißt es in der Bilanz des Präsidialamtes. Diese hatte Obama im Dezember 2009 in Auftrag gegeben, nachdem er die Zahl der US-Soldaten am Hindukusch drastisch auf 100.000 erhöht hatte. Besondere Sorge bereitet danach auch die mangelnde Bereitschaft Pakistans, noch entschlossener gegen die Rückzugsgebiete der Taliban im Grenzgebiet vorzugehen. Pakistan habe zwar Erfolge beim Kampf gegen die Extremisten erzielt, dafür allerdings einen hohen Preis durch tausende Terror-Opfer in Armee und Zivilbevölkerung bezahlt.

Taliban-Kämpfer (Foto: AP)

Taliban-Kämpfer: Vormarsch oder Rückzug?

Zunehmend Sorgen machen sich die US-Militärs über die verschlechterte Lage in der nordafghanischen Kundus-Region, wo auch die deutschen Soldaten stationiert sind. Hier hätten die Talibankämpfer trotz massiver Truppenaufstockung der Nato ihren Einfluss in diesem Jahr ausbauen können. Dagegen habe sich in der südlichen Kandahar-Provinz und in der Helmand-Region die Sicherheitslage deutlich verbessert, heißt es.

Autor: Gerd Winkelmann (dpa, rtr, afp, dapd)
Redaktion: Michael Wehling

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