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Politik

"Truppen-Planspiele" in Pakistan

Neue Gefechte mit fast 30 Toten und ein Überfall extremistischer Muslime auf eine indische Polizeikaserne haben den Konflikt zwischen Indien und Pakistan weiter verschärft.

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Soldaten sollen von der afghanischen Grenze an die Ostgrenze zu Indien verlegt werden.

Pakistan erwägte daraufhin am Donnerstag (30. Mai 2002) Truppen von der afghanischen Grenze abzuziehen, um sie in der Krisenregion einsetzen zu können. Dort haben beide Staaten schon eine Million Soldaten zusammengezogen.

Truppenverlagerung in Pakistan

"Unsere Sicherheit steht an erster Stelle", erklärte der pakistanische Präsident Pervez Musharraf bei der Bekanntgabe des Truppenabzugs. Die Soldaten würden an die indische Grenze verlegt, wenn die Kriegsgefahr bestehen bleibe. Bei dem Gefecht in der Nacht zum Donnerstag wurden nach offiziellen Angaben auf beiden Seiten jeweils 14 Menschen getötet und rund 20 verletzt.

Rumsfeld soll vermitteln

Angesichts der wachsenden Spannungen kündigte US-Präsident George W. Bush die Entsendung seines Verteidigungsministers Donald Rumsfeld in der kommenden Woche an. Rumsfeld soll in Gesprächen mit den Regierungen beider Seiten zur einer Lösung des Streits um die geteilte Kaschmir-Region beitragen. Die USA hätten Indien und Pakistan deutlich gemacht, dass ein Krieg nicht in ihrem Interesse sein könne, erklärte Bush. Er forderte insbesondere Musharraf auf, das Vordringen von Extremisten von pakistanischem Gebiet in den indischen Teil Kaschmirs zu verhindern.

Auch der indische Außenminister Jaswant Singh rief Pakistan am Mittwoch (29. Mai 2002) noch einmal zu einem härteren Vorgehen gegen islamische Separatisten auf. Nach indischer Darstellung werden die Islamisten in Kaschmir von Pakistan unterstützt, was die Regierung in Islamabad aber bestreitet. Sein Land habe Musharraf genug Zeit gegeben, seine Zusagen zu erfüllen, sagte Singh nach einem Treffen mit dem britischen Außenminister Jack Straw. Straw forderte Musharraf dazu auf, seinen Worten Taten folgen zu lassen. Hinter die indische Forderung stellte sich auch das russische
Außenministerium und bekräftigte am Donnerstag einen entsprechenden Aufruf an Pakistan.

Atmosphäre ist "sehr aufgeheizt"

Nach Einschätzung der USA ist das Klima zwischen Indien und Pakistan "sehr aufgeheizt". Die Situation könne leicht außer Kontrolle geraten, erklärte Außenministeriumssprecher Richard Boucher. Einem möglichen Atomkrieg könnten laut einer Analyse der US-Regierung zwischen acht und zwölf Millionen Menschen zum Opfer´fallen. Schätzungen zufolge besitzen Indien und Pakistan jeweils mehrere Dutzend Atomwaffen.

Großbritannien hat zur Entschärfung der explosiven Lage
vorgeschlagen, die Waffenstillstandslinie von einer
UN-Hubschraubertruppe überwachen zu lassen. Die
Waffenstillstandslinie trennt seit 1972 den pakistanischen und indischen Teil Kaschmirs. (fro)

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