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Aktuell Amerika

Trump zieht mit Gouverneur Pence ins Rennen ums Weiße Haus

Ruhig, loyal und nüchtern - so wird Mike Pence beschrieben. Mit dem Gouverneur von Indiana als Vizepräsident will Donald Trump in den US-Wahlkampf ziehen. Letzte Zweifel an Trumps Nominierung sind derweil ausgeräumt.

Wenige Tage vor dem offiziellen Nominierungsparteitag der US-Republikaner hat Donald Trump die wichtigste Personalentscheidung seiner Wahlkampagne getroffen. Über den Kurznachrichtendienst Twitter verkündete der Immobilienmilliardär, dass er den Gouverneur des Bundesstaats Indiana, Mike Pence, zu seinem Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten ernennt. Schon am Donnerstag war die Personalie in den US-Medien durchgesickert. Die offizielle Verkündung hatte Trump nach dem Anschlag von Nizza eigentlich verschoben. Für Samstag kündigte er nun eine Pressekonferenz zur Präsentation von Pence an.

Der 57-Jährige regiert den Mittelweststaat Indiana seit dreieinhalb Jahren. Zuvor war er zwölf Jahre lang Abgeordneter im Repräsentantenhaus in Washington. Der Gouverneur vertritt bei vielen Themen dezidiert konservative Ansichten. So lehnt er die Homo-Ehe und das Recht auf Abtreibungen ab. Sich selbst beschreibt er als "Christ, Konservativer und Republikaner - in der Reihenfolge".

Gegenentwurf zu Trump

Pence könnte für Trump nach Einschätzung von Parteistrategen als Brückenbauer innerhalb der Anhängerschaft der Republikaner dienen, von denen viele den polarisierenden Milliardär ablehnen. Der Gouverneur hat den Ruf, ruhig und überlegt zu agieren und kommt gut an beim rechten Flügel der Partei. Gleichzeitig genießt er aber auch Respekt bei gemäßigteren Vertretern des Parteiestablishments. Die nüchterne, zurückhaltende und loyale Natur des 57-Jährigen war vermutlich einer der Gründe, warum ihn Trump den anderen möglichen Vizekandidaten vorgezogen hat.

Mike Pence Präsidentschaftskandidat Republikaner (Foto: AP)

Mike Pence ist bislang Gouverneur in Indiana

Im Vorwahlkampf hatte Pence ursprünglich seine Unterstützung für Trumps schärfsten innerparteilichen Rivalen Ted Cruz, dem Favoriten der erzkonservativen Tea-Party-Bewegung, erklärt. Er äußerte sich aber auch positiv über Trump.

Letzter Versuch von Trump-Gegnern gescheitert

In der kommenden Woche treffen sich die Republikaner in Cleveland zum Parteitag. Dort soll Trump offiziell zum Präsidentschaftskandidaten gewählt werden. Trotz der innerparteilichen Unzufriedenheit mit dem bei vielen Wählerschichten unbeliebten Trump besteht an der Nominierung kein Zweifel mehr. Vorstöße von innerparteilichen Trump-Gegnern, mittels einer Regeländerung für das Parteitreffen die Ernennung des Immobilienmoguls in letzter Minute zu verhindern, wurden nach US-Medienberichten am Donnerstag in einem Parteigremium abgeschmettert.

Die Trump-Gegner wollten durchsetzen, dass die Delegierten bei der Abstimmung über den Präsidentschaftskandidaten nicht mehr an die Ergebnisse der Vorwahlen gebunden sind, die Trump deutlich für sich entschieden hatte. Für die große Mehrheit der Delegierten sind die Vorwahlergebnisse in ihren jeweiligen Bundesstaaten bindend. Wie mehrere US-Medien berichteten, brachten die Trump-Gegner in einem für die Regularien des Parteitags zuständigen Ausschuss nicht die nötigen Stimmen für ihren Vorstoß zur Entbindung der Delegierten von den Vorwahlergebnissen zusammen. Trumps Wahlkampfberater Paul Manafort schrieb im Internetdienst Twitter, die Trump-Gegner seien in dem Ausschuss "zerschmettert" worden. Es habe auch "nie ein Zweifel" daran bestanden, dass der Parteitag "den Willen der Menschen respektieren" und Trump nominieren werde.

wo/haz (dpa, afp, rts)

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