Trump vergrault Top-Berater seines Vize | Aktuell Welt | DW | 16.04.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

US-Regierung

Trump vergrault Top-Berater seines Vize

Das Personalkarussel in der Trump-Regierung dreht sich weiter: Ein Top-Berater von Vizepräsident Mike Pence gab nach nur zwei Tagen auf, weil er dem Präsidenten nicht genehm war.

Er ist einer von vielen Rücktritten in der Regierung von US-Präsident Donald Trump - aber der erste im Lager seines Vize: Jon Lerner sollte Pence (Artikelbild) eigentlich in außenpolitischen Fragen beraten. Nur zwei Tage nach seiner Ernennung war seine Amtszeit am Sonntag jedoch schon wieder vorbei. Der Grund: Nach Angaben eines Regierungsvertreters war dem Präsidenten fälschlicherweise zugetragen worden, Lerner sei ein "Never Trumper" - so werden Republikaner bezeichnet, die gegen Trump sind. Vor dem Präsidentschaftswahlkampf 2016 hatte Lerner im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner den Konkurrenten Marco Rubio unterstützt. Rubio hatte Lerners Berufung in Pences Team begrüßt.

Pence habe noch am Freitag mit Trump telefoniert und versucht, die Lage zu entspannen. Am Sonntag berichtete dann die Nachrichten-Website Axios, Trump habe Pences Personalentscheidung hinterfragt und Lerners Ernennung verhindern wollen. Daraufhin habe Lerner seinen Verzicht erklärt, um "das Ausmaß an Konflikt und internem Drama zu minimieren", erklärte der Regierungsvertreter. Lerner werde nun auf seinen alten Posten als Berater der amerikanischen UN-Botschafterin Nikki Haley zurückkehren.

Lerner reiht sich damit ein in eine Riege von über zehn Rücktritten und Entlassungen seit Trumps Amtsantritt im Januar 2017. Zu den prominentesten Ex-Regierungsmitgliedern gehört Michael Flynn, der im Februar 2017 nach nur 23 Tagen im Amt des Nationalen Sicherheitsberaters im Zuge der Russland-Affäre zurückgetreten war. Nur wenige Monate später, im Juli 2017, folgte der Rücktritt von Pressesprecher Sean Spicer. Für Unruhe im Weißen Haus sorgte auch der Weggang von Steve Bannon, bis August des vergangenen Jahres Trumps Chefstratege und ehemaliger Chef der rechten Website "Breitbart". Bis heute Schlagzeilen macht der Rauswurf von James Comey, bis Mai 2017 FBI-Chef. Er warf Trump zuletzt in einem Interview vor, "moralisch" nicht für das Präsidentenamt geeignet zu sein.

cvo/rb (rtr)

Die Redaktion empfiehlt