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Amerikanisch-griechische Freundschaft

Trump und Tsipras überschütten sich mit Lob

US-Präsident Donald Trump scheint seine Liebe zu Griechenland entdeckt zu haben. Bei einem Besuch des griechischen Regierungschefs in Washington ist er voll des Lobes. Alexis Tsipras vollzieht eine 180-Grad-Wende.

Ähnlich sind sich die beiden nicht, aber ganz offensichtlich versprechen sie sich Vorteile von einem guten bilateralen Verhältnis. Der US-Präsident bescheinigte dem linksgerichteten griechischen Ministerpräsidenten Tsipras Fortschritte bei den Reformen in dem von Krisen geplagten Land. Griechenland mache einen "großartigen Job", sagte Trump nach einem Treffen im Weißen Haus.

"USA stehen an der Seite der Griechen"

Er habe Tsipras gesagt, dass er die Forderung des Internationalen Währungsfonds (IWF) nach Schuldenerleichterungen wie verlängerten Laufzeiten oder noch niedrigeren Zinszahlungen absolut unterstütze. "Ich habe den Premierminister ermuntert, weiterzumachen mit den Reformen. Ein starkes und prosperierendes Griechenland bietet große Chancen für den amerikanischen Handel und könnte Arbeitsplätze schaffen", sagte Trump bei einer gemeinsamen Pressekonferenz. Die USA stünden an der Seite der Griechen. Er lobte auch, dass Athen das sogenannte Zwei-Prozent-Ziel der NATO erreicht, also mindestens zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes für Verteidigung ausgibt.

Griechenland setzt auf US-Investitionen

Auch Tsipras hat bei seinem Besuch in Washington wohlwollende Worte für seinen Gesprächspartner im Gepäck. Es sei ein sehr produktives Treffen gewesen. "Unsere strategische Kooperation mit den Vereinigten Staaten ist wichtiger als je zuvor. Wir freuen uns auf amerikanische Investitionen und natürlich auf mehr substantielle Unterstützung, um endlich aus dieser fürchterlichen Krise herauszukommen", sagte Tsipras, der große Hoffnungen auf die US-Unterstützung für einen Schuldenerlass setzt.

Während des US-Präsidentschaftswahlkampfes klang Tsipras noch ganz anders. Damals hatte er scharfe Kritik an dem populistischen Außenseiter Trump geübt. Der Republikaner stehe für eine Reihe "böser Ideen", hieß es noch vor einem Jahr aus dem Mund des Griechen. Als Tsipras während der gemeinsamen Pressekonferenz danach gefragt wurde, reagierte er ausweichend: "Es gebe zwischen beiden Ländern reichliche Perspektiven, so dass man etwaige Differenzen ausräumen könne."

Gute Geschäfte - gute Freunde

Am Rande des Treffens wurde ein möglicher Milliarden-Deal zwischen beiden Regierungen bekannt. Das US-Außenministerium genehmigte ein Paket, mit dem die griechischen F-16-Kampfjets aufgerüstet werden sollen. Der Verkauf hätte ein Volumen von 2,4 Milliarden US-Dollar (etwa 2 Milliarden Euro). Der Kongress muss noch zustimmen. Die USA sehen in Griechenland von jeher einen wichtigen transatlantischen Partner in der unruhigen Mittelmeerregion zwischen Nordafrika, Nahost und Türkei. Zudem unterhalten sie auf der südgriechischen Insel Kreta einen großen Militärstützpunkt.

qu/mak (dpa, afp, rtre, APE)