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Nukleare Arsenale

Trump und Putin spielen mit dem Feuer

Wladimir Putin und Donald Trump reden von einer Verbesserung ihrer Atomwaffen. Schon macht das Wort "Rüstungswettlauf" wieder die Runde. Droht ein Kurswechsel in der weltweiten Atompolitik?

Moskau Russische Interkontinental Rakete Atomwaffen Russland (Getty Images/AFP/N. Kolesnikova)

Eine russische Interkontinentalrakete bei einer Militärparade in Moskau 2012

Die Tonlage zwischen den USA und Russland zum Umgang mit Atomwaffen verschärft sich. Nach seiner umstrittenen Äußerung zur atomaren Aufrüstung der USA legt der künftige US-Präsident Donald Trump nochmal nach. Nach Angaben der MSNBC-Moderatorin Mika Brzezinski erklärte Trump in einem Telefonat mit ihr: "Dann lassen wir es eben einen Rüstungswettlauf werden." Diesen würden die USA ohnehin gewinnen. Zuvor hatte Trump via Twitter verbreitet: "Die USA müssen ihre nuklearen Fähigkeiten erheblich verstärken, bis die Welt in Sachen Atomwaffen zur Vernunft kommt."

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte zuvor laut der russischen Nachrichtenagentur TASS erklärt: "Wir müssen die strategischen Atomwaffen stärken und dazu sollten wir Raketen entwickeln, die in der Lage sind, jedes gegenwärtige und künftige Raketenabwehrsystem zu überwinden." Am Freitag bekräftigte Putin seine Aussage. Russland habe das Recht, seine Atomraketen weiterzuentwickeln. Schließlich seien die USA 2001 aus dem ABM-Vertrag zur Beschränkung von Raketenabwehrsystemen ausgestiegen. "Wenn jemand einen Rüstungswettlauf beginnt, dann sind wir das nicht." 

Symbolbild Trump Putin (Getty Images/AFP)

Wladimir Putin und Donald Trump reden über Atomwaffen

Putin ist nicht überrascht

Zugleich demonstrierte Putin aber auch Gelassenheit. Trumps Ankündigung sei "nichts Neues", sagte er bei seiner Jahrespressekonferenz in Moskau. Trump habe schon im Wahlkampf gefordert, das Atomwaffenarsenal der USA und das Militär allgemein zu stärken. Die neue Äußerung sei also "nichts Außergewöhnliches".

Trumps künftiger Sprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer, ergänzte die Aussagen seines neuen Chefs. Weltweit gebe es Länder, die derzeit über einen Ausbau ihrer nuklearen Kapazitäten sprächen. Die USA würden sich nicht zurücklehnen und dies zulassen, ohne darauf zu reagieren, sagte Spicer dem US-Fernsehsender CNN. Dabei gehe es auch um Russland.

Qualität der Kernwaffen hat sich erhöht

Die USA verfügen derzeit über das größte Arsenal an stationierten Atomwaffen auf der Welt mit knapp 2000 Atomsprengköpfen. Russland folgt knapp dahinter auf Rang zwei mit rund 1800 einsatzbereiten Sprengköpfen. Beide Länder haben zudem noch Tausende weiterer Sprengköpfe auf Lager, Russland mehr als die USA. Als Unterzeichnerstaaten des Atomwaffensperrvertrages sind beide Länder zur nuklearen Abrüstung verpflichtet. Kritiker hatten wiederholt bemängelt, dass dies höchstens numerisch geschehe, sich die Qualität und Flexibilität der zur Verfügung stehenden Kernwaffen aber sogar noch erhöhe. Beide Länder arbeiteten seit längerer Zeit an der Modernisierung ihres strategischen Atomstreitarsenals.

wo/sc (afp, rtr, ap, dpa)

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