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Amerikanisch-ägyptisches Gipfeltreffen

Trump und Al-Sisi auf einer Wellenlänge

US-Präsident Donald Trump hat Ägyptens Präsident Abdel-Fattah al-Sisi empfangen. Ein offensichtlich harmonisches Treffen. Mit Trumps Amtsvorgänger hatte es wegen der Menschenrechtslage am Nil Spannungen gegeben.

USA Abdel Fattah al-Sisi und Donald Trump (Reuters/K. Lamarque)

So freundlich wird längst nicht jeder im Weißen Haus begrüßt

Anders als Barack Obama macht Trump keinen Hehl aus seiner Bewunderung für Al-Sisi. Bei der Begrüßung im Weißen Haus betonte er: "Ich möchte, dass jedermann weiß, dass wir hinter Präsident Al-Sisi stehen, er macht einen fantastischen Job in einer schwierigen Situation." Gemeinsam mit Ägyten werden die USA gegen den islamistischen Terror vorgehen, sagte Trump und fuhr fort: "Sie haben in den USA und in mir einen großen Alliierten." Al-Sisi sagte der Übersetzung zufolge, er hege schon lange "eine tiefe Bewunderung für Trumps einzigartige Persönlichkeit".

Menschenrechtsfragen sollen bei dem Treffen in Washington nach US-Angaben dann auch in "eher privater, diskreter Weise" angesprochen werden. Die USA strebten einen Neustart der bilateralen Beziehungen an, hieß es aus dem Weißen Haus vor dem Treffen.

Ägypten ist für die USA ein strategisch sehr wichtiges Land und nach Israel der größte Empfänger amerikanischer Militärhilfe. Trump hatte Al-Sisi bereits vor Wochen versichert, dass seine Regierung an der Militärhilfe für Ägypten festhalten werde. Die US-Unterstützung beträgt jährlich 1,3 Milliarden Dollar (rund 1,2 Milliarden Euro). Nach dem Militärputsch gegen Al-Sisis Vorgänger Mohammed Mursi und der Niederschlagung von Protesten hatten die USA die Militärhilfe an Ägypten vorübergehend auf Eis gelegt, diese Entscheidung aber zwei Jahre später rückgängig gemacht.

Männerfreundschaft

Die Positionen der beiden Präsidenten waren bereits vor der Reise des Ägypters nach Washington bekannt. Al-Sisi befürwortet Trumps harte Linie gegen den islamischen Terrorismus, insbesondere die erklärte Entschlossenheit des US-Präsidenten, die Terror-Miliz "Islamischer Staat" zu zerschlagen. Er ist auch froh, dass Trump feindlich gegen die ägytische Muslimbruderschaft eingestellt ist, die Al-Sisi gestürzt und als Terrororganisation verboten hat. Und der frühere General ist glücklich darüber, dass der Unternehmer auf dem Präsidentenstuhl - genau wie er selbst -  Stabilität und wirtschaftliche Erholung für wichtiger hält als die Menschenrechte.

Nach der Wahl Trumps zum US-Präsidenten hatte sich Al-Sisi damit gebrüstet, ihm als erster Staatschef zum Wahlsieg gratuliert zu haben.

qu/uh (dpa, rtr, afp)

 

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