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Nach Festnahmen in Saudi-Arabien

Trump stellt sich hinter saudischen König und Kronprinzen

Nach den zahlreichen Festnahmen saudischer Prinzen und Minister bekommt das Königshaus Rückendeckung vom US-Präsidenten. Einige hätten ihr Land jahrelang "gemolken".

USA Saudi Arabien Donald Trump mit König Salman bin Abdulazi (Imago/ZUMA Press/S. Craighead)

Pflegen ein gutes Verhältnis: der saudische König Salman (l.) und US-Präsident Trump (2.v.r.) (Archivbild)

US-Präsident Donald Trump hat sich nach der Festnahmewelle in Saudi-Arabien demonstrativ hinter das Königshaus gestellt und begrüßt die Festnahmen etlicher Prinzen und Würdenträger. Trump habe "großes Vertrauen" in König Salman und Kronprinz Mohammed bin Salman, teilte er aus Tokio über den Kurzbotschaftendienst Twitter mit. "Sie wissen genau, was sie tun", fügte der US-Präsident hinzu. Einige der Festgenommenen hätten ihr Land seit Jahren "gemolken". Daher werde nun "scharf" gegen sie vorgegangen. Trump ist derzeit auf Asienreise. Zu König Salman pflegt Trump ein enges Verhältnis. 

Mehr Kontrolle über Sicherheitskräfte

In Saudi-Arabien waren laut dem Fernsehsender Al-Arabija elf Prinzen, vier Minister und über 30 ehemalige hochrangige Regierungsvertreter und Minister festgenommen worden. Unter den Festgenommenen sind auch der mächtige Geschäftsmann und Milliardär Prinz Al-Walid bin Talal sowie der Minister für die Nationalgarde, Prinz Motaib bin Abdullah. Offiziell wurde dies als Teil einer Kampagne gegen Korruption dargestellt. Die Festnahmen erfolgten unmittelbar nach der Einsetzung eines neues Antikorruptionskomitees unter Leitung des Kronprinzen. Mit der Entlassung des Chefs der Nationalgarde festigte der 32-Jährige zudem seine Kontrolle über die Sicherheitskräfte.

Video ansehen 01:29

Saudi Arabien: Kronprinz Bin Salman räumt auf

Der erst im Juni zum Kronprinzen ernannte Sohn des 81-jährigen Salman plant umfassende Reformen. Nach seiner Ernennung hatte er einen Modernisierungskurs angekündigt. Ende Oktober kündigte er bei einem Wirtschaftsforum in Riad eine Abkehr seines Landes von ultrakonservativen Religionsprinzipien an. Ende September hatte er bereits überraschend ein Ende des Autofahrverbots für Frauen ab Juni kommenden Jahres in Aussicht gestellt. Saudi-Arabien wird bislang vom Wahhabismus geprägt, einer besonders strengen Lesart des Islam.

Kritiker des außenpolitischen Kurses in Haft

Kronprinz Mohammed gilt bereits als De-facto-Herrscher Saudi-Arabiens. Er dürfte das Ziel haben, bis zu seiner endgültigen Machtübernahme alle Widersacher aus dem Weg zu räumen. Die Maßnahmen vom Samstag betreffen Beobachtern zufolge nicht nur Kritiker seines Modernisierungskurses. Viele der Festgenommenen lehnen auch seinen harten außenpolitischen Kurs mit dem Militäreinsatz im Jemen und dem Boykott des Golfemirats Katar ab.

sam/jv (afp, dpa)

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