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EU - USA

Trump: "Starkes Europa sehr, sehr wichtig für die USA"

Anfang des Jahres sagte Trump der EU den schleichenden Tod voraus und lobte den Brexit. Nach dem Besuch von Italiens Ministerpräsidenten Gentiloni tönen andere Laute aus dem Weißen Haus.

USA | Trump empfängt Italiens Ministerpräsident Paolo Gentiloni (Foto: Reuters/K. Lamarque)

Bester Laune: Italiens Premier Paolo Gentiloni und US-Präsident Donald Trump

Es ist ein scharfer Kontrast zu seinem früheren Lob für den Brexit: US-Präsident Donald Trump hat nun nachdrücklich für ein starkes Europa plädiert. Die USA wollten die Europäische Union darin unterstützen, "stark zu sein", denn dies sei im Interesse aller Seiten, sagte Trump bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem italienischen Ministerpräsidenten Paolo Gentiloni im Weißen Haus. Ein "starkes Europa" sei ihm "sehr, sehr wichtig", betonte der US-Präsident. Denn er sei der "sehr festen Ansicht", dass dies im Interesse der Vereinigten Staaten liege. 

Lob für mehr Zusammenhalt

Bereits Anfang April hatte Trump mit positiven Worten über die Europäische Union (EU) überrascht. In einem Interview mit der Londoner Zeitung "Financial Times" lobte damals die EU dafür, nach dem Austrittsvotum der Briten "sehr gute Arbeit" darin geleistet zu haben, die verbleibenden Mitgliedstaaten "wieder zusammenzuführen". In der EU herrsche nun "ein anderer Geist des Zusammenhalts". Der US-Präsident sagte in dem damaligen Interview, nach dem Brexit-Votum habe er zunächst gedacht, dass weitere Länder folgen würden: "Aber ich glaube wirklich, dass die Europäische Union die Kurve kriegt".

Dagegen hatte Trump Ende Januar bei einem Besuch der britischen Premierministerin Theresa May den Brexit als "wunderbare Sache" gepriesen. Kurz vor seinem Amtsantritt im Januar hatte der Immobilienmilliardär die EU in einem Interview, das viel Aufsehen erregte, als bloßes Vehikel deutscher Interessen abgetan.

Trump sucht ausgeglichene Handelspartnerschaften

Bei dem Treffen mit Italiens Premier Gentiloni sagte Trump, die USA wollen und Italien eine "ausgeglichene Handelspartnerschaft", in der beide Seiten geben und nehmen. Trump verwendete dabei den Begriff "reziprok": Er liebe das Wort, sagte der Republikaner, "denn wir haben nicht zu viele reziproke Handelspartnerschaften, das kann ich Ihnen sagen." Aber das werde sich bald ändern.

Das Handelsvolumen zwischen den USA und Italien lag im vergangenen Jahr bei 52 Milliarden Dollar (rund 48,5 Milliarden Euro) - mit einem US-Defizit von 28 Milliarden Dollar. Trump nannte Italien einen "Schlüsselpartner" im Kampf gegen den Terrorismus. Er hob in diesem Zusammenhang hervor, dass der NATO-Verbündete das zweitgrößte Truppenkontingent im Irak und in Afghanistan stelle. Auch lobte Trump Italiens Bemühungen um eine Stabilisierung Libyens. Der US-Präsident erneuerte zugleich seine Forderung, dass die NATO-Verbündeten ihren "vollen und fairen" Beitrag zur gemeinsamen Verteidigung leisten müssten. Gentiloni versicherte, Rom werde trotz knapper Kasse seinen Verpflichtungen zu einer Erhöhung der Verteidigungsausgaben nachkommen.

Trump bei G7

Trump wird Ende Mai zum G7-Treffen in Sizilien reisen. Während seines Italien-Besuchs ist auch ein Treffen mit Papst Franziskus im Vatikan geplant.

pab/cw (afp, dpa)