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Koreanische Halbinsel

Trump: "Stärkere Sanktionen gegen Nordkorea"

Nach dem jüngsten Raketentest Nordkoreas erneuert der US-Präsident seine Drohungen. Um das kommunistische Land zu disziplinieren, nimmt er die internationale Gemeinschaft in die Pflicht - und appelliert sogar an Moskau.

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Raketentest in Nordkorea

"Diese jüngste Provokation sollte als Ruf an alle Nationen dienen, viel stärkere Sanktionen gegen Nordkorea zu erlassen". Von dem ostasiatische Land gehe schon zu lange eine "offenkundige Bedrohung" aus, hieß es weiter. Die USA stünden daher "eisern" an der Seite der Verbündeten Japan und Südkorea.

In der Erklärung findet sich auch eine Botschaft an Moskau: Die Absturzstelle der Rakete im Meer liege "näher an Russland als an Japan". US-Präsident Donald Trump könne sich deshalb nicht vorstellen, dass die Regierung in Moskau "darüber erfreut ist".

700 Kilometer über den Pazifik

Nur wenige Stunden zuvor hatte Pjöngjang eine weitere Rakete getestet. Nach Angaben der USA und Südkoreas wurde sie im Nordwesten des Landes in Richtung Japan abgefeuert und flog 700 Kilometer, bevor sie im Meer landete. Es werde nun analysiert, um welchen Raketentyp es sich gehandelt habe, hieß es aus Seoul. Nach Angaben der japanischen Verteidigungsministerin Tomomi Inada testete Nordkorea möglicherweise einen neuen Raketentyp.

Nordkorea Militärparade in Pjöngjang (picture-alliance/dpa/W. Maye-E)

Bei Militärparaden präsentiert Nordkorea regelmäßig, was es militärisch zu bieten hat

Der neue südkoreanische Staatschef Moon Jae In verurteilte den Test scharf. Moon habe mit tiefem Bedauern auf die "gefährliche Provokation" reagiert, die nur wenige Tage nach seinem Amtsantritt erfolgt sei, sagte sein Sprecher nach einem Treffen des Präsidenten mit seinen Sicherheitsberatern. Gleichzeitig betonte er, trotz des "klaren Verstoßes" gegen die UN-Resolutionen bleibe Südkorea offen für einen Dialog. Bei seinem Amtsantritt hatte Moon erklärt, er sei bereit, sich umgehend um einen Abbau der Spannungen mit dem Norden zu bemühen. Selbst einen Besuch beim nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un schloss er nicht aus.

"Vollkommen inakzeptabel"

Weniger versöhnlich gibt sich Japans Regierungschef Shinzo Abe. In deutlichen Worten verurteilte er Nordkoreas Vorgehen und bezeichnete den Start der Rakete als "vollkommen inakzeptabel" und "ernste Bedrohung" für sein Land. 

Nordkorea steht wegen seines Atomprogramms international vollkommen isoliert da. Trotz scharfer Kritik aus dem Ausland und UN-Sanktionen treibt Pjöngjang sein Raketenprogramm jedoch weiter voran - und testet seine Waffen regelmäßig. Dabei arbeitet die nordkoreanische Führung an der Entwicklung von Raketen, die Atomsprengköpfe bis in die USA tragen können.

Nordkorea Kim Jong-un (Reuters/KCNA)

Der Dorn im Auge der internationalen Gemeinschaft: Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un

Gefährliches Kräftemessen

In den vergangenen Wochen hatte Washington die kommunistische Führung Nordkoreas immer wieder aufgefordert, von ihrem Nuklearprogramm abzulassen. Trump warnte gar, notfalls würden die USA im Alleingang gegen Nordkorea vorgehen. Militärische Maßnahmen schloss er dabei nicht aus und entsandte Flugzeugträger in die Region - ein Zeichen, dass er womöglich ernst macht. Pjöngjang gab sich jedoch unbeirrt und testete bereits im vergangenen Monat eine Rakete. Dieser Versuch scheiterte allerdings.

Erst in den vergangenen Tagen schien es, als käme etwas diplomatische Bewegung in den Konflikt zwischen Washington und Pjöngjang. Da erklärte sich Trump zumindest grundsätzlich zu einem Treffen mit Kim bereit. Auch eine nordkoreanische Diplomatin lies in einer Stellungnahme vor Journalisten vernehmen, dass ein Dialog mit den USA möglich sei, "wenn die Bedingungen dafür gegeben sind".

nin/wa (dpa, afp, rtr)

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