Trump signalisiert Unterstützung für Waffenkontrollen | Aktuell Amerika | DW | 19.02.2018
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Waffengewalt in den USA

Trump signalisiert Unterstützung für Waffenkontrollen

Nach dem Schulmassaker in Florida befürwortet US-Präsident Donald Trump dem Weißen Haus zufolge bessere Kontrollen beim Erwerb von Schusswaffen. Überlebende des Attentats planen einen Protestmarsch nach Washington.

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US-Waffengesetze: Ist das der Wendepunkt?

US-Präsident Donald Trump unterstütze Bemühungen, die Überprüfung von Waffenkäufern zu verbessern, teilte Präsidialamts-Sprecherin Sarah Sanders mit. Dies habe er in einem Gespräch mit dem republikanischen Senator John Cornyn zwei Tage nach dem Amoklauf an einer High School in Florida vergangene Woche gesagt.

In dem Gespräch sei es um einen Gesetzentwurf gegangen, den Cornyn und dessen demokratischer Kollege Chris Murphy vorgelegt hätten. Dieser zielt darauf ab, Behörden strenger in die Pflicht zu nehmen, relevante Informationen über Straftaten sorgfältig in die nationale Datenbank einzuspeisen, die bei der Überprüfung von potenziellen Waffenkäufern herangezogen wird.

Überlebende planen "Marsch für unsere Leben"

 An der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland hatte der ehemalige Schüler Nikolas Cruz am Mittwoch mit einem Schnellfeuergewehr 17 Menschen getötet. Mit einem "Marsch für unsere Leben" wollen überlebende Schüler des Massakers am 24. März in Washington für schärfere Waffengesetze demonstrieren. Die Kundgebung richtet sich insbesondere gegen den großen Einfluss der Waffenlobby NRA.

Wie die Schüler der High School dem Fernsehsender ABC sagten, sind neben dem Marsch auf Washington im März auch Kundgebungen in anderen Teilen des Landes geplant. Unter den Schülern, die zu den Protesten aufriefen, war auch Emma Gonzalez. Die 18-Jährige hatte am Samstag in einer Wutrede den Umgang von US-Präsident Donald Trump mit Waffengewalt verurteilt. "Schämen Sie sich", hatte sie bei einer Anti-Waffen-Demonstration in Fort Lauderdale gerufen und die Nähe Trumps zur Waffenlobby kritisiert. Das Schulmassaker von Florida müsse "die letzte Massenschießerei" gewesen sein, forderte sie. Ihr emotionaler Appell sorgte weltweit für Aufmerksamkeit.

USA Emma Gonzalez (Reuters/J. Drake)

Mit einer emotionalen Rede rief die US-Schülerin Emma Gonzales zu schärferen Waffengesetzen auf

Trump will Lehrern und Schülern "zuhören"

Am Mittwoch wollen Gonzales und andere Schüler der betroffenen High School an einer landesweit übertragenen Debatte im Sender CNN teilnehmen. Floridas republikanischer Senator Marco Rubio, der wegen der Annahme von Millionen von Dollar an Spendengeldern von der Waffenlobby kritisiert wird, kündigte seine Teilnahme an der Diskussion an. Ebenfalls am Mittwoch will sich Trump mit Schülern und Lehrern treffen, um diesen "zuzuhören", wie das Weiße Haus mitteilte.

Wie bereits bei vorangegangenen Amokläufen dieser Art schürte das Massaker Forderungen nach einer Verschärfung der Waffengesetze. Trump und die Republikaner lehnen Verbote zum Tragen von Waffen bislang strikt ab. Die Waffenlobby gehört bei Wahlen zu den wichtigsten finanziellen Unterstützern republikanischer Kandidaten. Auch Vorstöße für strengere Waffengesetze oder Vorschriften - meist aus den Reihen der Demokraten - stießen bislang auf erbitterten Widerstand.

myk/stu (rtrd, afp, dpa)

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