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US-Wahl

Trump-Sieg: "Die Welt wird eine andere sein"

Überrascht bis schockiert zeigen sich viele Polit-Experten in Deutschland vom Wahlsieg Donald Trumps. Andrea Römmele von der Hertie School of Governance rechnet mit einschneidenden Veränderungen unter Präsident Trump.

DW: Frau Römmele, wie sehr hat Sie der Sieg Trumps überrascht?

Andrea Römmele: Das hat mich ganz stark überrascht. Die Vorhersagen in der letzten Woche gingen ja, auch was die Swing States angeht, alle in Richtung Hillary Clinton - auch mit einem einigermaßen verlässlichen Puffer. Insofern war ich schon überrascht. Natürlich muss man bei Trump-Wählern damit rechnen, dass nicht alle sagen, dass Sie ihn wählen. Diesen Effekt haben wir ja zum Beispiel bei der AfD in Deutschland auch. Aber dass es so ein Ausmaß annimmt, hätte ich nicht gedacht.

Wird sich die Welt verändern? 

Ja, das glaube ich schon. Die Welt wird eine andere sein. Dieser Mann hat wenig Ahnung von Politik, er ist auch von seiner Persönlichkeit her jemand, der extrem dünnhäutig ist. Das macht mir schon Angst. Fakt ist, er wurde demokratisch gewählt. Er ist legitimiert und daher muss man sich mit ihm auch auseinandersetzen. Da geht gar kein Weg dran vorbei.

Womit werden wir rechnen müssen?

Ein Punkt der Deutschland und Europa ganz besonders treffen wird, und im Grunde auch die ganze Welt, ist Trumps Ankündigung, die Bündnisse wie etwa mit der NATO teilweise in Frage zu stellen. Vielleicht erleben wir eine Zeit, in der die Bündnisse, die wir heute kennen, morgen gar nicht mehr gelten. Zudem lassen seine Aussagen über Atomwaffen einen ratlos bis ängstlich zurück. Und dann ist seine Nähe zu Russland vor allem für Europa eine ganz große Frage.

Deutschland Andrea Römmele Hertie School of Governance (Hertie School of Governance)

Andrea Römmele von der Hertie School of Governance in Berlin

Glauben Sie, dass Trumps Sieg den Rechtspopulisten in Europa Aufwind geben wird?

Auf der einen Seite wird das den Rechten sicher Auftrieb geben. Aber auf der anderen Seite wird sein Sieg vielleicht auch die bei uns immer noch schweigende Mehrheit wachrütteln. Es kann genauso gut sein, dass sich diese schweigende Mehrheit jetzt zu Wort meldet.

Andrea Römmele ist Professorin für Kommunikation in Politik und Zivilgesellschaften an der Hertie School of Governance in Berlin. 

Das Gespräch führte Peter Hille.

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