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Vereinigte Staaten

Trump: Kein Platz für Transgender im US-Militär

Es war ein wichtiges Anliegen seines Vorgängers Barack Obama: Transgender sollten nicht mehr aus dem Militär ausgeschlossen werden dürfen. Nun hat US-Präsident Donald Trump dies wieder rückgängig gemacht.

Trump will Transgender vom Militärdienst ausschließen. Das verkündete der US-Präsident beim Kurznachrichtendienst Twitter. Die Regierung werde es nicht erlauben, dass Transgender im Militär dienten, schrieb er. Das Militär müsse sich auf den "entscheidenden und überwältigenden Sieg" konzentrieren und könne nicht mit den "enormen medizinischen Kosten" belastet werden, die mit dem Dienst von Transgendern einhergingen, ergänzte er.

Entscheidung für Trumps konservative Kernwählerschaft

Trumps Entscheidung offenbart einmal mehr, wie sehr seine Regierung bemüht ist, Entscheidungen von Obamas Regierung zu revidieren, die als wichtige liberale Errungenschaften galten. Im Juni 2016 hatte der damalige Verteidigungsminister Ashton Carter durchgesetzt, dass Transgender nicht mehr vom Militärdienst ausgeschlossen werden dürfen.

Nach Carters Entscheidung war es Transgendern möglich, offen im Militär zu dienen. Seit Oktober konnten sie dann auch medizinische Versorgung durch das Pentagon in Anspruch nehmen, die sie für die Geschlechtsangleichung brauchen. Als Transgender werden Menschen bezeichnet, die sich nicht - oder nicht nur - mit dem Geschlecht identifizieren, das bei ihrer Geburt notiert wurde. Carters Maßnahme war als entscheidender Schritt zu mehr Gleichberechtigung im Militär gewertet worden.

Zahl der Betroffenen unklar

Unter den 1,3 Millionen aktiven Mitgliedern der US-Streitkräfte gab es nach einer Studie des Instituts Rand Corporation im vergangenen Jahr bis zu 6630 Transgender. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Campaign schätzt ihre Zahl hingegen auf 15.000.

Laut der Studie von Rand Corporation würden sich die zusätzlichen medizinischen Kosten für Transgender beim Militär auf zwischen 2,4 Millionen und 8,4 Millionen US-Dollar im Jahr belaufen. Das wären nicht mehr als 0,13 Prozent der gesamten medizinischen Kosten des Militärs. Die Autoren kommen zudem zu dem Schluss, dass die Streitkräfte anderer Länder, die den Dienst für Transgender erlaubten, wenig oder keine Auswirkungen auf die Bereitschaft der Truppe verzeichnet hätten.

Kritik von Republikanern und Demokraten

Aus dem Kongress kam prompt Kritik an Trumps Entscheidung. Die republikanische Abgeordnete Ileana Ros-Lehtinen erklärte auf Twitter: "Keinem Amerikaner, ganz gleich welcher sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identität, darf die Ehre und das Privileg untersagt werden, für unser Land zu dienen." Der demokratische Senator Ed Markey sagte, Transgender im Militär seien keine Ablenkung, sie seien "engagierte Patrioten".

ww/uh (afp, dpa, rtr)

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