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Das Attentat in Texas

Trump: "Hier geht es nicht um Waffen, es geht um geistige Gesundheit"

Am Tag nach dem Schusswaffenmassaker in Texas ringt die amerikanische Öffentlichkeit mal wieder mit den US-Waffengesetzen. Der Präsident warnt vor allzu schnellen Entscheidungen. Und ändern wird sich erstmal nichts.

Ein Mann schießt wahllos auf Unschuldige. Menschen trauern, Politiker diskutieren. Ein Tag nach dem Schusswaffenmassaker in einer Baptistenkirche in Sutherland Springs im US-Staat Texas erinnert die Debatte an genau die von vor fünf Wochen. Damals hatte ein Mann in Las Vegas aus einem Hotelfenster auf Besucher eines Musikfestivals geschossen und dabei 58 Menschen getötet. Bei dem Anschlag am Sonntag waren es 26, verletzt wurden 20 weitere. Nach seiner Flucht fand die Polizei den 26-jährigen Täter namens Devin Kelley tot in seinem Auto. Er soll sich erschossen haben.

Waffen in den USA

Anders als nach dem Anschlag von New York vermeidet US-Präsident Donald Trump jegliche Vorverurteilung und twittert während seiner Asienreise: "Hier geht es nicht um Waffen, es geht um geistige Gesundheit". Und er fügt hinzu, dass es generell zu früh sei, jetzt über Waffengesetze zu sprechen. Der Vorsitzende der römisch-katholischen Bischofskonferenz, Kardinal Daniel DiNardo, sieht das anders und fordert restriktivere Gesetze für Waffenbesitzer. Er spricht von einem "fundamentalen Problem" der US-Gesellschaft. Eine "Kultur des Lebens" müsste "sinnlose Schusswaffengewalt in allen Formen verhindern".

Mehr Restriktionen gefordert

Auch in Deutschland werden neben Trauerbekundungen Rufe nach mehr Kontrolle lauter. Die Auslandsbischöfin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Petra Bosse-Huber, zeigt sich "fassungslos, dass der einfache Zugang zu Waffen in den USA ein weiteres Mal Tod und Leid über so viele Menschen gebracht hat". Doch trotz aller Kritik will der Justizminister von Texas, Ken Paxton, "keine Hindernisse für gesetzestreue Bürger errichten, die Schusswaffen besitzen wollen".

Der Täter

Dabei besaß der Täter noch nicht einmal eine offizielle Waffenlizenz. Wegen Angriffen auf seine Frau und sein Kind war der ehemalige Soldat im Jahr 2012 verurteilt und zwei Jahre später unehrenhaft aus der US-Luftwaffe entlassen worden. Als Verurteilter wurde ihm die Lizenz später verweigert. Und trotzdem fand man in seinem Auto kurz nach der Tat mehrere Schusswaffen.

Familienstreitigkeiten könnten sein Motiv gewesen sein. Erste Ermittlungen ergaben, dass der Täter persönliche Kontakte zu der Gemeinde in Sutherland Spring gehabt hatte. Angeheiratete Familienmitglieder und seine Ex-Frau hätten dort in der Vergangenheit den Gottesdienst besucht, sagte der örtliche Sheriff Joe Tackitt. Am Tag des Anschlags waren sie allerdings nicht unter den Kirchenbesuchern.

tcw/rb (dpa, independent.co.uk)